Die Zinsen steigen schon

Die Zinsen steigen schon, Zinsanstieg, Renditen, Bund Future, Anleiherenditen

Können wir uns steigende Zinsen leisten? So lautet eine derzeit oft gestellte Frage. Sich nach der Möglichkeit eines Zinsanstieg zu erkundigen ist nachvollziehbar. Ob man ihn sich leisten kann ist aber irrelevant. Die Zinsen steigen bereits…

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Risse in der Kapitalstruktur

Keine Atempause, Geschichte wird gemacht. Im Dschungel der vermeintlichen Alternativlosigkeit irrlichtert eine wachsende Zahl von Anlegern auf orientierungslos herum. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf sucht man die zukünftige Rendite eben dort, wo sie zwar negativ sein kann, es aber immerhin nicht offensichtlich draufsteht.

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Stoßgebete aus dem Zinstempel

Für die Halter von Anleihen waren die letzten Jahre überaus angenehm. Pensionskassen, Versicherungen und Fonds durften sich über hohe und zumindest in diesem Jahr von vielen nicht einmal im Traum erhoffte Gesamterträge freuen. Die kommenden Jahre werden für diese Anleger ernüchternd ausfallen...

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Erst stolpern die Emerging Markets, dann die Gewinne

Die Finanzwelt starrt auf die anhaltenden Kursverluste vieler Währungen. Die dramatischen Auswirkungen der Probleme der Emerging Markets auf die Gewinne vieler europäischer Unternehmen wird dennoch meist deutlich unterschätzt …

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Lust auf australische Immobilien?

Ist es gesund, ein Drittel seines Einkommens für die Bedienung der Hypothek auszugeben? Ist es schlau oder eher gefährlich, bei steigenden Leerständen und sinkenden Realeinkommen nach einem sehr langen Preisanstieg ein Haus zu kaufen? Das sind Fragen, die sich viele Australier seit einigen Quartalen stellen müssen …

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Her mit den Bonds (und mit dem Geld!)

Die Käufe von Staatsanleihen europäischer Emittenten wie Griechenland, Irland oder Portugal durch die EZB werden gerne schon bei der Verkündigung derartiger Maßnahmen als Erfolg dargestellt. Viele Heilsbringer wähnen dieses Mittel gar schon als Zeichen der Solidarität mit Ländern, die halt ökonomisch nicht ganz so gesund sind. Willkommen im Café Harmonie. Völlig ohne eigenes Zutun sind diese Länder durch böse, unbekannte Mächte und Märkte in den Abgrund gestürzt worden. Eigentlich waren sie bis auf die Schulden, die steigende Arbeitslosigkeit und einen künstlichen Immobilienboom kerngesund.

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An der CoBaCabana

Während schon wieder der Begriff von der Rückzahlung der Staatshilfen durch die zum guten Teil in Staatshand befindliche Commerzbank die Runde macht, klagt die “gelbe Landesbank” mittlerweile gemeinsam mit anderen Instituten nun über das Privatkundengeschäft.  Es sei schwierig, in diesem Segment Erträge zu erwirtschaften. Ein Blick auf die in den vergangenen Jahren von der Bank gemeldeten Zahlen zeigt, dass es dem Institut eigentlich in allen Segmenten schwerfällt, nachhaltig Erträge zu erwirtschaften. Wenn jemals wider Erwarten eine Rückzahlung der Staatshilfen – immerhin ein Mehrfaches der aktuellen Marktkapitalisierung der Bank – über eine Kapitalerhöhung erfolgen sollte, so dürften vorher noch einige Jahre ins Land gehen, denn sobald der Betrachter der einen Baustelle den Rücken zuwendet, schaut er auf die nächste.

Ach, es ist schwierig!

Die Bedingungen sind angeblich„ruinös“, womit sie wunderbar zum sonstigen Geschäftsverlauf des Institutes in den vergangenen Jahren passen würden. Der Privatkundenvorstand der Commerzbank, Herr Kassow, beklagte daher laut FTD auch unlängst auf einer von einer Wirtschaftsgazette organisierten Tagung:

“Im letzten Jahr habe ich gesagt: Wenn es jemals goldene Zeiten im Privatkundengeschäft gegeben hat, dann sind sie vorbei. Dieses Jahr kann ich nur anfügen: Und das wird auch so bleiben”

Herr Schmitz, der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken stößt ins selbe Horn.

“Im Retailgeschäft bleibt Geld verdienen auch dieses Jahr schwierig”.

Auch die Deutsche Bank bezeichnet das Privatkundengeschäft als „Sorgenkind“. Vor dem Hintergrund der nicht sonderlich günstigen Beteiligung an der Postbank ist das schon eine interessante Feststellung. Zur Erinnerung, die Deutsche Bank kaufte in 2008 eine 29,75%ige Beteiligung an der Postbank. Pro Aktie legte man seinerzeit €57,25 auf den Ladentisch, so dass allein für diesen Anteil ein Verlust von mehr als €1 Mrd.  zu Buche steht. Dividenden gab es bisher keine. Die weiteren seinerzeit ausgehandelten Details umfassen eine Option auf den Kauf weiterer 18% der Postbank zum Preis von €55 pro Aktie. Die Laufzeit endet drei Jahre nach dem Abschluss des Kaufs der ersten Tranche. Derzeit liegen die Optionen mehr als 50% aus dem Geld. Falls jemand an der Kapitalerhöhung der Deutschen Bank in Höhe von €2,2 Mrd., die in 2008 abgesegnet wurde, teilgenommen haben sollte, weiß er wenigstens wohin sein Geld geflossen ist. Im Januar 2009 wurden noch weitere Änderungen an den Modalitäten des Handels beschlossen, so dass die Post einen schnellen Zufluss an liquiden Mittel vorweisen und die Deutsche Bank die Transaktion “eigenkapitalschonender” abwickeln konnte. Wer sich für Kapitalmarkttransaktionen interessiert, dem sei ein Blick in die Details dieses Geschäftes, das die Verwicklungen einer an sich einfachen Unternehmensbeteiligung sehr anschaulich offenbart, empfohlen.

Bei der deutschsprachigen Ausgabe der Financial Times fand man kürzlich in der laut Aussage der Banken schwierigen Lage des Privatkundengeschäfts das Gute für den Kunden. So heißt es dort:

Traditionell gilt Deutschland als schwieriger Markt im Privatkundensegment. Banker beklagen immer wieder, mit knapp 2000 Kreditinstituten sei das Land überversorgt. Für Verbraucher ist das grundsätzlich positiv: Die Banken werben aggressiv mit günstigen – und für sie selbst teilweise ruinösen – Konditionen um sie.

Na, das funktioniert schon bei einfachen Dienstleistern wie Tankstellen, von denen es in der BRD ebenfalls sicher nicht zu wenige gibt, ganz prima. Ob es bei Banken ebenfalls ein Frühstückskartell zur „allgemeinen Besprechung von Konditionen“ gibt, lassen wir einmal dahingestellt. Wenn die Gebühren, die Finanzinstitute für teils lächerlich simple und zudem oft vollkommen automatisierte Dienstleistungen von den Kunden verlangen, ruinös sind, dann muss die Frage erlaubt sein, ob die internen Kostenstrukturen der Banken noch zeitgemäß sind. Ist Deutschland „overbanked“ oder ist das Bankgewerbe vielleicht eher „overpaid“?

Angesichts der Konditionen, die nicht nur die Gebühren für Barabhebungen sondern auch teilweise anfallenden hohe Kosten für die Änderung von Daueraufträgen, die Ausführung von Überweisungen oder sonstige zum Alltagsgeschäft zählende Dienstleistungen umfassen, wäre es interessant zu erfahren, wie hoch denn die entsprechenden Preise sein müssten, um das Privatkundengeschäft für Banken attraktiv zu gestalten. An der Zinsspanne jedenfalls lässt sich ein ruinöser Wettbewerb nun wirklich nicht ablesen. Ein Blick auf die aktuellen Bedingungen bei einer Bank – die Struktur unterscheidet sich auch bei anderen Protagonisten nicht wesentlich – offenbart wenig überraschendes.

Geben ist einträglicher denn nehmen

Das Sparkonto mit Sonderzins oder auch mit Extrazins erfreut den Anleger mit 50 Basispunkten und das Jahr für Jahr. Wenn Sie sich über €1000 Euro Guthaben freuen, dann können Sie sich (je nach Bank) möglicherweise schon nach nur einem Jahr den Luxus einer Abhebung an einem fremden Bankautomaten leisten. Wenn Sie sogar €10.000 Euro auf Ihrem Sparbuch vorweisen können, so haben Sie dank Zinseszinseffekt bereits nach etwas weniger als sechs Jahren die Bearbeitungsgebühren für einen ebenso hohen Ratenkredit beisammen. Da lacht der Sparfuchs, und der Weltspartag überflügelt Weihnachten und Ostern als familiäres Jubelfest. Wenn Sie gegebenenfalls noch einen Kugelschreiber als Werbegeschenk in die Hand gedrückt bekommen, steigert sich die Rendite dramatisch.

Natürlich ist der Zinssatz, den Banken anbieten können, abhängig von den kurzen und langen Zinssätzen die durch Zentralbanksätze und (zumindest teilweise) durch den Markt beeinflusst werden. Doch liegen die Kreditkosten für Privatkunden in einer Höhe, die es schwer nachvollziehbar macht, warum sich bei den Zinsspannen angeblich so schwer Geld verdienen lässt.

Sollte es generell nicht mehr attraktiv sein, Kontodienstleistungen für Privatkunden anzubieten, so gibt es eine naheliegende Lösung. Warum sollte nicht der Staat die Grunddienstleistungen für den Zahlungsverkehr für seine Steuerzahler übernehmen. Jeder Bürger erhält ein Girokonto eines staatlichen Dienstleisters. Damit meinen wir nicht ein wie auch immer geartetes System von Sparkassen, sondern eine kleine Einheit, die nur die Aufgabe hat, den einfachen Zahlungsverkehr abzuwickeln. Die Einlagen werden den staatlichen Refinanzierungssätzen entsprechend verzinst, die Anpassungen nach oben oder unten erfolgen automatisch. Eine separate Einlagensicherung ist nicht erforderlich, sie funktioniert im Ernstfall ohnehin nicht. Ein Risiko für die bei diesem Institut liegenden Einlagen durch Geschäfte, die etliche Banken teils selbst nicht mehr durchblicken, bestünde nicht. Wer weitere Dienstleistungen braucht, etwa Kreditkarten, einen Immobilienkredit oder ähnliche klassische Bankdienstleistungen, wendet sich an entsprechende Kreditinstitute. Das gleiche gilt für die Geldanlage. Wer das Geld diesen Banken zur Verfügung stellt, weiß, dass er ein Bankenrisiko eingeht und kann die entsprechende Risikoprämie einfordern. Geht eine Bank vor die Hunde, ist nicht gleichzeitig das gesamte Einlagensystem betroffen.

Zudem wäre es jedem Kunden möglich, seine Geschäfte mit den Instituten abzuwickeln, die nicht eine sozialistische Jobsicherheit mit angelsächsischen Vergütungsstrukturen für so genannte Führungskräfte koppeln. Könnten dann noch die Anteilseigner der Banken darüber bestimmen, wie die Vergütungsmodelle ausfallen, wäre auch die ebenso verständliche wie leidige Bonusdiskussion einen Schritt weiter. Wer ob dieses Gedankenspiels gleich „kommunistische Umtriebe“ wittert, sollte überlegen, wie denn das aktuelle System mit im Zweifelsfall impliziten Staatsgarantien strukturiert ist.

Wie gesagt, ein reines Gedankenspiel. Wir haben nichts für eine Ausweitung der staatlichen Einflussnahme übrig, allerdings ist die Situation des Finanzsektors und das Verhalten einiger Hauptdarsteller ebensowenig unterstützenswert, so dass das Festhalten an der bisherigen Struktur eines nur scheinbar privaten Bankensektors keine dauerhafte Alternative ist.

Wer seinerzeit die Diskussionen um die Einführung der Tagesanleihe durch die Finanzagentur des Bundes verfolgt hat, der kann sich vielleicht daran erinnern, wie sehr das “unattraktive Geschäft mit dem Tagesgeld” von einigen Banken plötzlich mit Zähnen,  Klauen und lancierten Presseartikeln verteidigt wurde. Gäbe es ein Girokonto des Bundes, würde sich die vermeintliche Unattraktivität des Privatkundengeschäfts sicher schnell relativieren. Oder sind die Einlagen der Kunden ebenfalls nicht mehr interessant? Falls dies der Fall ist, so kann der Privatkunde die Banken von dieser schweren Last befreien und einfach einen Großteil seiner Barreserven vom Konto abheben, sich für ein paar Euro im Jahr ein kleines Schließfach mieten und seine Geldscheine dort lagern. Da gibt’s zwar keine Zinsen und es fallen geringe Kosten an, aber mit dem eigenen Geld kann dann auch kein anderer mehr arbeiten. Eigentlich gar nicht so uninteressant.

Wenn das Privatkundengeschäft „schwierig“ bleibt, das Investmentbanking im Grunde nur ein großes Beta-Spiel auf die Finanzmärkte ist, und die Kreditbücher auf Grund nicht realisierter Verluste vor sich hinvegetieren und die Handlungsfähigkeit weiter einschränken, dann fragt sich der geneigte Betrachter, wo denn eigentlich die Profite in den kommenden Jahren herkommen sollen. Vor allem aber möchte man wissen, wie bei dieser Ausgangslage die Erträge ausreichen sollen, um die anhaltenden Kreditverluste in bedeutendem Ausmaß zu mildern.

Was soll’s! Der erste Schritt in eine rosige, profitable Zukunft des Sektors kann angesichts der Kreativität einiger Insitute nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Das legt zumindest das folgende Angebot nahe.

Geld riecht doch

Da soll noch jemand sagen „Geld riecht nicht“. Für schlappe 5 Euro ist auch das möglich.

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