Commerzbank und kein Ende

hinter der Fassade

Der europäische Bankensektor darf nach der Überlebensrallye der letzten 12 Monate mal wieder durchatmen und sich über zwei Dinge freuen. Die Renditen sind noch nicht deutlich gestiegen und der Aktienmarkt hat sich nicht der Depression sondern der Euphorie verschrieben. Das entspannt die aktuelle Lage deutlich, verändert jedoch nicht die langfristig wenig erbaulichen Aussichten.

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Die Banken, die schaffen das

Frei nach der bundesdeutschen Vorzeigeschweigerin ist auch in der Finanzbranche der Satz „Wir schaffen das“ auf dem Vormarsch. Zum Thema Negativzinsen äußerte sich der Chef des Filialgeschäftes der Deutschen Bank und sagte „Bei uns nicht“. Wie lange diese Aussage Gültigkeit hat, sagte er nicht.

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Die neue Definition des Sparens

Auch in den wenigen Sekunden die man vor einem Geldautomaten verbringt kann man etwas lernen. Vor einem Automaten der Commerzbank lag ein Stapel mit Prospekten aus. Die Botschaft: „Das Sparen von heute: Anlegen.“ Angesichts deartiger Aussagen kann die desolate Entwicklung der Bank in den letzten zehn Jahren nicht verwundern…

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Der Mann, der das Geld verschwinden ließ

Das Loch Bless aus Frankfurt am Main liefert ein Musterbeispiel für die Effekte der Verwässerung. Die Commerzbank ist nicht zum ersten Mal in schwerem Fahrwasser. Die in den letzten Jahren durchgeführten Kapitalerhöhungen sind derart umfangreich, dass manche Charts an Währungskurse aus der Zeit der gallopierenden Inflation erinnern…

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Loch Bless: Kiffen, Kohle, Klubkultur?

Das Monster von Loch Bless zieht weiter seine Runden. Nach den trostlosen Zahlen der vergangenen Jahre wartet die Commerzbank nun mit geradezu revolutionären Konzepten auf. Es wäre doch gelacht, wenn man sich nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen könnte…

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Mach’s noch einmal, Coba

Die Aktie der Commerzbank hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Ankündigung einer erneuten großen Kapitalerhöhung hat offenbar erneut einige Anleger überrascht. Dabei ist sie nur ein weiterer absehbarer Schritt auf dem Weg zur maximalen Verwässerung, der einzigen Disziplin, in der das Institut ganz vorne liegt…

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Commerzbank: Fauler Kern und harte Kruste

Der letzte Zwischenbericht der Commerzbank bot der Leserschaft wenig Erbauliches. Die Bank kämpft weiter mit den Folgen bekannter strategischer Fehler. Die unterhaltsamen Geschichten von Insidern vermitteln einen chaotischen Eindruck und die große Hoffnung des Instituts bleibt der Verkauf ungeliebter Firmenteile. Nur Interessenten gibt es keine und so gilt weiterhin: Geschenkt ist noch zu teuer…

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Die Eurohypo könnt Ihr behalten!

“Loch Bless” macht seinem Namen wieder einmal alle Ehre. Es handelt sich offenbar, wie einst ein deutscher Barde intonierte, um ein ehrenwertes Haus. Zudem gibt man sich vor Ort kreativ, und das nicht nur bei der Bilanz…Manch einer wird sich vielleicht noch an die im Jahre 2007 von der Commerzbank eingeführte „ebay-Kreditkarte“ erinnern. Nur knapp ist dieses kleine Stück Plastik daran vorbeigeschlittert, auf Grund unermesslicher Innovationskraft einen neuen Kondratieff-Zyklus anzustoßen.

Ähnliches ist nur von der um die Jahrtausendwende ins Logo eines Konkurrenten gequetschten „24“ überliefert. Bei der Coba hieß es damals:

Die Commerzbank ist der exklusive Partner des Online-Marktplatzes eBay in Deutschland bei der Herausgabe einer neuen Kreditkarte.

„Ich freue mich, dass wir eine Kreditkarte anbieten können, die das Einkaufen auf eBay noch lohnender macht und zugleich auf unsere Leistungsfähigkeit hinweist“, unterstreicht Michael Mandel, Konzernleiter Privat- und Geschäftskunden der Commerzbank, das Ziel der Kooperation.

Noch lohnender? Respekt! Leider gab es offenbar kein Plastikkärtchen, das auch die Übernahme anderer Banken noch lohnender machte. Nur einen Monat vorher wurde der Verantwortliche für eine solche, nicht ganz so erfolgreiche Übernahme verabschiedet.

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Unterbezahlte Verlustbringer

Ach, die Commerzbank. Eigentlich möchte man schon gar nicht mehr über den fast volkseigenen Betrieb schreiben. Regelmäßig aber wird der Beobachter durch den Schlachtruf der gelben Finanzbrigade aufgeschreckt. Ja, wir wollen Euch schon bald Euer Geld zurückzahlen! Wie schön. „Dann zahlt doch einfach und redet nicht“ möchte man entgegnen. Dabei ist die Bank der Rekapitalisierung wohl so fern, wie das Finanzsystem einer strukturellen Gesundung.

Der allgemeine und von zahlreichen Gazetten immer wieder aufs Neue geradezu dankbar aufgenommene Wunsch zur Rückzahlung wird von fröhlichen Botschaften begleitet. Denn sehet, es entsprang dem Konzerne ein Gewinn! Die Zahl von rund 1,3 Mrd. Euro machte schnell die Runde. In Gesprächszirkeln wird das börsennotierte Papier des staatlich gestützten Unternehmens gar schon mit einem niedrigen KGV (au backe…) in Verbindung gebracht.

Nun, aus gegebenem Anlass wollen wir kurz auf das Zahlenwerk eingehen und die im vorläufigen, nicht testierten Bericht genannten Daten  ins Verhältnis setzen. Hier ein Auszug aus den veröffentlichten Unterlagen.

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Nur keine Selbstzweifel!

Unternehmen, denen der Staat via Anteilskauf unter die Arme greift, haben die unangenehme Eigenschaft, alle Steuerzahler zwangszubeteiligen. Bei der Commerzbank beispielsweise  trifft dieses jeden Bundesbürger über den Anteil des Bundes, der ein Viertel des Ganzen Gebildes beträgt. Da die Firma gemessen am Markwert nicht sonderlich viel zu bieten hat, lohnt es nicht, den Anteil pro Bürger auszurechnen. Lohnenswert ist dagegen, wenn auch nur Unterhaltungszwecken, seit Jahren der Blick in die Zwischenberichte der Bank – so auch dieses Mal.

Wie gewohnt ist der Bericht, aus dem alle folgenden Zitate stammen, voll von teils erstaunlichen Erkenntnissen:

(Quelle: CoBa) Die Anweisung der Regierung an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistung, ungedeckte Leerverkäufe in Aktien von zehn deutschen Finanzkonzernen sowie in Staatsanleihen aus Euroländern zu verbieten, sorgte in der dritten Maiwoche dann wieder für herbe Verluste an den deutschen Aktienmärkten.

Ob die Führungsriege dies der Regierung schon mitgeteilt hat? Waren es nicht die großen Finanzinstitute, die Löcher in den Bilanzen haben aber die Schuld bei Short-Sellern suchten, obwohl vielfach bei den hauseigenen „Alternativen Investments“ freimütig für Long-Short Strategien geworben wurde?

Seisdrum, man beschäftigt sich lieber nicht mit dem gestern oder dem morgen, sondern widmet sich voller Freude der Kurstafel. Bescheidenheit ist Trumpf.

Demut pur

Allen Unbillen zum Trotz ist man offensichtlich stolz auf die Kursentwicklung der Aktie – ausgerechnet. Hier zeigt sich eine naturbelassene Bescheidenheit, auch auf wenig kann man stolz sein!


Fast schon ein Aufwärtstrend

Nun, sich mit den Zuckungen der Kurse von Bankaktien im Zeitraum weniger Monate zu beschäftigen greift für den Investor wohl ein wenig zu kurz, wird doch gerade bei der Aktienanlage von den bankeigenen Anlageberatern zur Langfristigkeit geraten. Daran wollen wir uns auch bei der Beurteilung des Anlageerfolgs halten.

Immerhin noch nicht bei Null

Langfristig ist selbst die blutarme Entwicklung der selbstgewählten Benchmark traurig. Auch hierauf kann man natürlich stolz sein, wenn man mag. Eine gewisse Sehschwäche ist allerdings vorteilhaft.

Auch der lächerliche Bankenstresstest ist den Semi-Staatsbänkern ein Sätzlein wert:

Des Weiteren haben wir auf unserer Hauptversammlung Weichen gestellt, die es uns erlauben, SoFFin-Mittel spätestens ab dem von uns avisierten Zeitraum zurückzuführen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass wir auch unter dem von dem Committee of European Bank Supervisors (CEBS) vorgegebenen Stresstest in allen drei Szenarien deutlich oberhalb der Anforderungen liegen und somit auch unter schwierigen Bedingungen gut aufgestellt sind.

In diesem Zusammenhang möchten wir der Vollständigkeit halber zumindest kurz erwähnen, dass auch die unlängst kollabierte AngloIrish Bank den erwähnten „Test“ bestanden hatte und jetzt wohl den irischen Haushalt zu einem Jahresdefizit von mehr als 30% des BIP führen wird, womit noch lange nicht alle Abschreibungen abgegolten sein dürften.

Neben den bekannten Risikoschauplätzen, wie etwa den Gewerbeimmobilien, die zwar im schweren Fahrwasser sind, aber die richtigen Probleme noch vor sich haben sollten, bestehen weiterhin nicht unerhebliche Altrisiken aus dem Segment strukturierter Finanzprodukte.

Insgesamt hat sich das Risikoexposure zum Stichtag in dieser Assetklasse auf 7,6 Mrd Euro (31. Dezember 2009: 7,3 Mrd Euro) leicht erhöht, was auf den stark gestiegenen US-Dollar zurückzuführen ist. Der größte Anteil hiervon entfällt mit 52 % des Risikowertes auf CDOs, denen überwiegend Unternehmenskredite für Corporates in den USA und in Europa zugrunde liegen (CLOs). CLOs profitieren unverandert von weiter sinkenden Ausfallzahlen und -prognosen als auch gestiegenen Recovery-Erwartungen im Unternehmenssektor. Jungst haben Spreadausweitungen und gestiegene Spreadvolatilitäten aber auch in diesem Sektor zu leicht rückläufigen Marktwerten in unserem Portfolio geführt. Die Mark-Down-Ratio zum Berichtsstichtag liegt bei 16 %.

Weitere 40 % des Risikowertes entfallen auf US-CDOs of ABS, die größtenteils durch US Subprime RMBS besichert sind. Die Mark-Down-Ratio betragt aufgrund der unverändert geringen Bonitätseinschatzung fur private Immobilienfinanzierungen im US-Subprime-Markt und der konservativen Berücksichtigung daraus resultierender Verluste 57 %, obgleich die von der Commerzbank gehaltenen Verbriefungen zum überwiegenden Teil aus den höchstrangigen Tranchen solcher CDOs bestehen.


Potpourri der guten Laune - Geldanlage mit Struktur

Ach ja, „höchstrangige“ ABS CDO, die subprime besichert sind. Angesichts steigender loss severities und ungelöster Probleme am US Hypothekenmarkt fühlt sich der geneigte Betrachter nicht beruhigt sondern eher an Aussagen aus dem Sektor in den vergangenen Jahren erinnert. ABS CDOs sind die Assetklasse, die am stärksten gelitten hat, es gab hier Produkte, die nicht einmal ein Jahr brauchten um von 100% auf Null zu fallen, in Ratings ausgedrückt war diese eine Bewegung von AAA auf default. Nichts ist unmöglich. Die aktuellen Preise für die oberen Tranchen synthetischer ABS CDOs liegen zwischen 23% und 56% – Man bewegt sich also auf nicht gerade konservativem Abschreibungsniveau. Insgesamt ist die Summe von mehr als €47 Mrd. an strukturierten Papieren nicht zu unterschätzen, einen großen Abbau kann man angesichts der Nominalwerte nicht erkennen. Die Entwicklung bei “höchstrangigen” Tranchen von ABS CDO hat mit der Kurve des einen oder anderen Aktienindex jedenfalls nicht viel zu tun. Je nach Positionsgröße bedeutet ein Kursverlust von 10% ein ordentliches Sümmchen.

Sagen Sie mal AAAAAAAA

Beeindruckend ist aber die Neuordnung der Organisationsstruktur, die strukturierten Papiere wurden in eine Portfolio Restructuring Unit (PRU) ausgelagert. Warum?

Die Bündelung (in der PRU) erlaubt ein einheitliches und effizientes Management dieser Positionen.

Da fragt man sich, wie die Dinge vorher verwaltet wurden. Uneinheitlich und ineffizient? Ein bisschen Motivationsgeseier gehört ja mittlerweile leider zum guten Ton, aber die Drift ins Lächerliche ist diesbezüglich in der gesamten Wirtschaft nicht zu übersehen. Aber was will man erwarten, wenn schon eine Entlassung nur noch Freisetzung heißt. Vielleicht werden in -Zukunft noch weitere „Bündel an Maßnahmen“ geschnürt, klingt auch immer prima.

Kommen wir noch kurz zum abschließenden Grußwort an die verbliebenen freiwilligen Aktionäre und an die eher unfreiwilligen Anteilseigner – die Steuerzahler.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, aufgrund der erfreulichen Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr und unter der Bedingung eines stabilen Marktumfelds gehen wir davon aus, das Geschäftsjahr 2010 mit einem Gewinn abschließen zu können.

Das wäre wirklich schön, vor allem wenn die Gewinne erwirtschaftet werden könnten und nicht aus der Reduktion der Risikovorsorge kämen, wie dies nicht nur bei US Banken der Fall ist. Aber neben der in 2010 wohl nicht durchsetzbaren Kapitalerhöhung sind auch die sonstigen Aussichten für das „Loch Bless“ unverändert.  Als Steuerzahler würden wir uns dennoch freuen, wenn wider Erwarten auch nach HGB Bilanzierung ein Gewinn herauskäme, so dass die Bank die Zinsen auf die stillen Einlagen endlich einmal bedienen könnte. Das wird aber wohl kaum der Fall sein, lägen die fälligen Zinsen doch weit über einem wie auch immer zustande gekommenen Gewinn, was sich schlecht auf die Argumentation für höhere Gehälter auswirken könnte.

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