Warte, warte nur ein Weilchen

Eines der großen Probleme der Krise 2008/2009 waren Produkte, die vermeintlich von guter Qualität waren sich aber als Ramsch entpuppten. Im Jahr 2017 ist es anders. Auf vielen Finanzprodukten steht in Fettdruck RAMSCH geschrieben, aber gekauft wird es trotzdem…

Früher hieß das Irrsinn, heute redet man sich mit einem vermeintlichen Anlagenotstand heraus.

Hier geht es weiter.

Wollen Sie Informationen zu aktuellen Artikel erhalten?

Hier geht es zur Anmeldung!

 

Lasst die Defaults beginnen!

Weitgehend unbemerkt von den DAX- und DOW-Junkies der Nachrichtenkanäle, rostet der Rohstofftanker munter vor sich hin. Neben drastisch gesunkenen Aktienkursen faulen auch die Anleihen der Firmen munter vor sich hin.

Hier geht es weiter.

Wollen Sie Informationen zu aktuellen Artikel erhalten?

Hier geht es zur Anmeldung!

 

High-Yield Bonds: Keine Liebe ohne Leiden

Was würden Sie von einer Prognose halten, die als Durchschnittstemperatur für das kommende Jahr eine Spanne von 3° bis 12° Celsius angibt? Wenig anders sehen die Schätzungen für die Insolvenzen im High Yield Markt derzeit aus…

Hier geht es weiter.

Wollen Sie Informationen zu aktuellen Artikel erhalten?

Hier geht es zur Anmeldung!

 

Oh Jammer

Nutzen wir einen dieser Tage, an dem sich die Weltgemeinschaft über eine Aufwärtskorrektur an den Aktienmärkten freut. Nutzen wir diesen Tag um einen kurzen Überblick zu geben, was denn so alles noch kommen mag.

Der wichtigste Belastungsfaktor wird auf absehbare Zeit der sich noch verschlechternde Kreditmarkt sein. War der Großteil der Probleme, vor allem am synthetischen Credit Markt (iTraxx, CDX) bisher vielfach ein reines Bewertungsproblem auf Grund von Spreadausweitungen, so hat sich in diesem Jahr schon ein dramatischer Umbruch vollzogen. Zu beobachten sind deutlich ansteigende Ausfallraten, vor allem im High Yield Bond und Leveraged loan Segment. Klar, werden die vielen beruhigenden Stimmen munkeln, diesen Bereich trifft es ja im Abschwung am stärksten. Richtig, aber das Ausmaß der Probleme sollte nur Ignoranten kalt lassen, denn allein im Januar 2009 lag das Ausfallvolumen so hoch wie im Gesamtjahr 2008. Es ist somit schon nach 30 Tagen bedenklich nahe an die Jahreswerte der Krisenjahre 2001/2002 herangerückt. Diese Werte dürften in 2009 nicht nur erreicht sondern regelrecht zerbröselt werden.

Defaults High Yield und Leveraged Loans

Die Emissionstätigkeit im High-Yield Bereich ist fast vollkommen zum Erliegen gekommen. Das ist nicht verwunderlich, denn wer bei der Refinanzierung oft locker über 1000BP allein an Risikoprämie auf den Tisch legen darf, der kann sich die Refinanzierung schlicht nicht mehr leisten. Selbst das allgemein sehr niedrige Zinsniveau hilft hier leider wenig. So schwächelt die High Yield Neuemissionstätigkeit, während derweil das Niveau der distressed debt die Niveaus der Jahrtausendwende schon weit übertroffen hat.

Distressed Debt

Kann schon aktiv nichts getan werden, außer Personal zu entlassen und Investitionen zu streichen, geht man halt zum Prinzip Hoffnung über und wartet auf die Erholung der Kreditmärkte. Wir wünschen schon mal im Voraus viel Geduld, denn die wird nötig sein. Auch an den Börsen ist Geduld gefragt. Stattfindende Aufwärtskorrekturen, die durchaus auch einmal ausgeprägt ausfallen können, sollten als das eingestuft werden, was sie sind: Bear Market Rallyes. Eine Interpretation dieser Bewegungen als vorlaufender Indikator für die Volkswirtschaft sollte man vorerst noch einige Zeit in der Schublade reifen lassen. Bevor wir einen Blick auf die nächsten bekannten Einflussfaktoren nach Subprime werfen, schauen wir in Gedenken an das fast schon vergessene Bonmot „The subprime crisis is contained“ auf das, was bisher geschah.

Weltweite Kreditverluste

Es bleibt festzuhalten, dass Subprime genauso wenig „contained“ war, wie die Höhe der Verluste. Diese haben allein bis zum heutigen Tage die Schätzung von Fachmann Bernanke ($100 Mrd., das schafft Wachovia alleine) leicht um den Faktor 10 übertroffen. Kredite vom Typ Alt-A und Option Arm haben mittlerweile bezüglich der Ausfallraten schon deutlich Boden gegenüber Subprime Transaktionen gut gemacht. Zuletzt hat es nun mit den Problemen bei Jumbo loans auch das Prime Segment deutlich erwischt. Während die Ausfälle bei den Prime loans eher stetig ansteigen werden, besteht bei den variablen Hypotheken immer die Gefahr eines sprunghaften Anstiegs, da ja beispielsweise die Option Arms in der Regel mit aberwitzig niedrigen Anfangs-Zinsen vergeben wurden. Da steigt die monatliche Rate am Zinsanpassungstermin dann gern mal um über 100%. Aber auch das ist ja prima, denn ob man $1000 nicht hat oder $2000 ist im Grunde egal. Der mittlere erwartete Anstieg der Raten liegt derzeit übrigens bei gut 60%.

Hypotheken, Zinsanpassungen

Etwas, das in der aktuellen Diskussion um fair-value Bilanzierung immer wieder unter den Tisch fällt, ist die Tatsache, dass sehr viele Kredit-Transaktionen nicht allein an unter einem Marktwertverfall leiden. Vielmehr wird ein dramatischer Teil dieser Papiere tatsächlich ausfallen. Eine Abkehr von der Bewertung nach Marktpreisen mag hier temporär beruhigen, eine nachhaltige Problemlösung ist sie definitiv nicht. Zudem möchten wir daran erinnern, dass viele Banken, unter anderem auch die Deutsche Bank, regen Gebrauch von der fair value Bewertung gemacht haben, als es darum ging, die eigenen Verbindlichkeiten herunterzuschreiben und somit Gewinne auszuweisen wo keine waren. Sollten die Verbindlichkeiten wieder hochgeschrieben werden, würde das z.B. für die Monoliner in den USA ein Riesenproblem werden. Aber sicherlich lässt man sich auch hier etwas kreatives einfallen.

Nicht unterschätzen sollte man indes das Volumen der noch ausstehenden Problemkredite allein am US Häusermarkt. Ein Blick auf den Verlaufsplan der Anpassung der Kreditraten variabler Kredite verheißt nichts Gutes. Das gilt insbesondere vor dem Hintergrund des Zustands des Bank- und Finanzsystems sowie der desolaten Staatsfinanzen. Bis 2011 aber dürften die USA ja ihre Interpretation des lange verteufelten venezolanischen Modells, also die Verstaatlichung der gesamten Wirtschaft mit dann noch zwei bis drei im Staatsbesitz befindlichen Banken ja ohnehin vollzogen haben. Im Gegensatz zum Eigenkapital hat es den Banken ja an politischer Nähe nie gemangelt.

Bis dahin nutzen wir die Zeit und überlegen uns schon mal, ob, und wenn ja in welcher Währung, die USA und so manch europäischer Staat denn eigentlich seine Schulden begleichen wird. Aber das ist ein anderes Thema.