Rohstoffe und Inflation. Die Totgesagten leben länger!

Rohstoffe ziehen an. Steigt auch die Inflation?

Wenige Dinge sind bei Investoren derzeit so unbeliebt wie Rohstoffe. Viele Anleger tummeln sich in Aktien und Anleihen, einige sind auch in Cryptos unterwegs. Die Favoriten könnten im kommenden Jahr jedoch ganz woanders warten.

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Fallende Preise sind toll, steigende auch!

Einige Menschen feiern die Inflation als neuen Heilsbringer. Andere feiern den sinkenden Ölpreis als neuen Heilsbringer. Die ganz großen Wirtschaftsentertainer schaffen beides: Sie freuen sich gleichzeitig auf die Inflation und sinkende Preise…

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Erholung á la 2011

Ja, die Börs’, ja die Börs, die hat immer Recht, möchte man fast anstimmen, angesichts der seltsamen Tendenzen vieler Medien. Natürlich hat die Börse recht. Preislich. Der Preis, den ich sehe kann, ist bis zu einer gewissen Positionsgröße – auch handelbar. Aus einem steigenden Aktienmarkt aber gleich die Wunderheilung der Wirtschaft abzuleiten geht dann doch ein bisschen weit…

Aber Sie kennen das sicher! Steigen Ölpreis und Dax im Gleichschritt, dann weist der steigenden Ölpreis auf eine „stabile Weltwirtschaft“ hin. Steigt der Ölpreis und die Aktien fallen, so „wird der Ölpreis von Börsianern als Bedrohung für das Wachstum gesehen“. Ächz! Wir wissen nicht, ob sich überhaupt noch jemand diesen Unfug freiwillig anhört, gesendet wird er jedenfalls.

Nun darf ja jeder senden was er mag, allerdings wäre es vielleicht sinnvoller, wenn sich nicht 500 Korrespondenten gleichzeitig um die Stadionwurst bei der Fußball WM in Südafrika kümmern würden, während Großdemonstrationen in London anlässlich eines kollabierenden Finanzhaushaltes Großbritanniens an den Nachrichtenvorlesern scheinbar ungesehen vorbeigehen.

Betrachtet man nicht die täglichen Zuckungen von „Märkten“, die durch die massivsten Zentralbankeingriffe aller Zeiten jeglichen Nutzen als Wirtschaftsindikator eingebüßt haben und konzentriert sich hingegen auf eher Grund legende Daten zur Volkswirtschaft, so ergibt sich ein realistischeres Bild der Situation. Werfen wir daher einen kurzen Blick über den großen Teich. Die Probleme am Arbeitsmarkt werden auch vom großen Vorsitzenden der FED regelmäßig zitiert, wobei er diese mal genau und mal sehr genau beobachten will…

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Aufschwung Nix-L

So wie sich Politiker gerne wegducken, wenn es Eier oder gute Argumente regnet, so gerne drängen Sie wie Insekten ans Licht, wenn es darum geht, Pluszeichen zu erklären. Nun, natürlich sei man erst zwei Wochen im Amt, aber der Aufschwung sei dennoch eine Folge des Wandels. Im Abschwung sieht das wenig erstaunlich gleich ganz anders aus.

Dieses Verhalten ist auf beiden Seiten des Atlantiks vergleichbar. Auch beim Wegducken wenn es Obst oder gute Argumente hagelt, gleichen sich die Muster. Wir dürfen gespannt sein, wie die Prediger einer encouraging  recovery oder – teutonisch bescheiden – eines XL Aufschwungs mit den kommenden Problemen umgehen werden. Denn vorbei ist das Spektakel noch lange nicht, auch wenn der ein oder andere so genannte Repräsentant diese lästige Krise gerne für beendet erklärt.

Die kürzlich veröffentlichten Daten zum Konsum in der BRD wollen denn auch so gar nicht in das blumige Bild passen, dass über diverse Kanäle vermittelt werden sollte. Das Mobiliar der Realität ist scheinbar deutlich zu sperrig für das enge Treppenhaus der politischen Wunschträume.

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Ding Dong! Wenn der Goldmann nicht mehr klingelt

Die Vietnamesen sind Kummer gewohnt. Allerdings wähnten einige das Land nach dem Aufschwung des produzierenden Gewerbes – selbst Chinesen verlagerten Teile der Produktion nach Vietnam – auf dem Weg in eine stabile ökonomische Zukunft. Der von vielen Einheimischen nach wie vor verehrte Ho Chi Minh, der sich Zeit seines Lebens gegen die Vorstellung sperrte, sein Konterfei jemals auf Geldscheinen zu sehen, ist mittlerweile auf den Dong-Banknoten zu sehen. Er bekommt’s ja nicht mehr mit. Genausowenig müssen ihn, im Gegensatz zu den Einheimischen, die Krisensymptome seines Landes kümmern. Für die Einwohner wird es aber zunehmend unbequem, die Währung wird butterweich und die Möglichkeit, sein Papiergeld in Edelmetalle umzuschichten, wurde für die Einwohner unlängst weiter eingeschränkt.

Goldig

Die vietnamesische Zentralbank wertete gerade zum wiederholten Male die Währung, den vietnamesischen Dong, ab. Diesmal maß der Schritt 3%, nachdem die letzte Abwertung um 5% am 26. November des vergangenen Jahres vorgenommen wurde. Gleichzeitig wurde ein Maximalzins auf Dollareinlagen in Höhe von 1% festgelegt. Ein ebenso trauriger wie unwirksamer Versuch, die Flucht in den Dollar oder generell in Fremdwährungen zu bremsen. Die ökonomische Situation ist wacklig, das Handelsdefizit weitet sich nach wie vor aus. Ein nicht geringer Teil dieses Defizits ging auf das Konto von Goldimporten, so dass das Metall ein weiterer Dorn im Pelz des Schatzamtes ist. So stiegen die gesamten Importe um 87%, während die Exporte nur gut 27% zulegen konnten. Nichts, was einen Stimmungsumschwung herbeiführen sollte, ganz im Gegenteil. Die Inflation von aktuell 7,6% wird bei der bestehenden Importabhängigkeit im Zuge einer Abwertung sicher nicht sinken. Schon der aktuelle Wert ist hoch und kann angesichts der Begleitumstände durchaus an der Schwelle zu einer rasch auf Touren kommenden Inflationsspirale stehen. Es dürfte sehr schwer werden, das Rad von dieser Stelle aus zurückzudrehen.

Betrachtet man diese Situation als ein Szenario für die möglichen Vorgänge, die sich während einer Währungskrise auch andernorts abspielen können, so fällt besonders die Entmündigung der Bürger ins Auge, wenn es darum geht, das eigene – in Vietnam oft bescheidene – Vermögen zu sichern. Die in Vietnam ablaufenden Vorgänge sollte sich jeder genau anschauen. Sollte sich während der Betrachtung übrigens der Satz „das ist bei uns nicht möglich“ in die Gedanken schleichen dann ist ein gutes Geschichtsbuch eine empfehlenswerte Stütze bei der Neubewertung der Lage.

Im Jahr 2008 wurden Goldimporte nach Vietnam offiziell verboten. Im Januar 2010 verkündete die vietnamesische Regierung die Schließung aller „Gold Shops“ bis zum Ende des laufenden Quartals. Als Begründung der Politik wurde die Sorge genannt, Bürger könnten sich auf kreditfinanzierte Goldspekulationen in den „gold trading floors“ einlassen. Na, da kümmert sich aber mal jemand um die Bürger. Das erinnert uns fast an die unsäglichen Antiglücksspiel-Kampagnen des deutschen Lottoblocks. Spielen Sie nicht, und wenn sie es doch nicht lassen können, dann spielen sie wenigstens bei uns! Die Einschränkungen gehen noch weiter, so sind auch internationale Konten von dem Verbot des Goldhandels betroffen. Vielfach wird betont, dies sei lediglich eine Einschränkung des “Papiergold”-Handels, was auch richtig ist. Bei einem weiter bestehenden offiziellen Verbot physischer Einfuhren hilft das aber wenig. Den Schmuckhandel allein betreffen die Regeln bisher nicht, bei allerdings gänzlich verbotenen Goldimporten dreht sich hier natürlich eine konstante Goldmenge im Kreis.

Goldpreis in vietnamesischen Dong

Historisch betrachtet ist Gold in Vietnam, wie in vielen anderen asiatischen Ländern, eine angesehene und beliebte Hartwährung. Wer einen Teil seines Vermögens in Gold anlegt wird nicht als unwürdiger Systemkritiker oder als Gold Bug angesehen, vielmehr verhält sich diese Person schlichtweg rational. So unterschiedlich sind die Kulturen. Vielfach werden Finanzansaktionen mit Gold besichert, was sich bei den nicht seltenen politischen Unsicherheiten der Vergangenheit für die Investoren schon oft als Segen herausstellte.

Das sorgt dafür, dass ein Vietnamese im Mittel pro Kopf soviel Gold kauft wie ein Deutscher. Angesichts des um Dimensionen niedrigeren Vermögens- und Einkommensniveaus ist das auf den ersten Blick sehr überraschend. Eingedenk der nicht selten tumben Presseberichte zu Gold im deutschsprachigen Raum ist es dann wiederum doch nicht arg überraschend. Man findet halt in der BRD scheinbar mehr Gefallen daran zur Olympiade einen „Sportbasket“ zu kaufen. Zum Winter kommen ganz clever die Salz- und Winterreifenhersteller auf die Liste und im Sommer sind dann Solaraktien ganz weit vorne. Egal, wenn man damit nicht von der Stelle kommt, die Idee an sich zählt. Land der Ideen, der Satz muss ja irgendwo herkommen. Auf die Idee, einen Teil seines Papiergeldes in Gold zu investieren, kommen bisher noch nicht allzu viele, aber kommt Zeit kommt Rat. Es gab übrigens vor einigen Dekaden mal ein Angebot namens „Goldsparen“, der ein oder andere wird sich vielleicht noch daran erinnern.

Was sich bei staatlichen Kontrollen in der Regel schnell organisiert ist ein mehr oder weniger reger Schwarzmarkt. Erwartungsgemäß ist dies auch beim Gold in Vietnam der Fall. Der Preis handelte laut HSBC vor einigen Tagen mit einem Aufschlag von rund einem Drittel gegenüber dem Weltmarktpreis. Nach einer staatlichen Order an den größten Goldhändler in Vietnam, die Saigon Jewelry Company, ca. 34.000 Unzen zusätzlich auf den Markt zu bringen, sank der Preis kurzfristig um 5%. In welcher Gedankenwelt man sich dort befindet, zeigt die Begründung für diese Order, die von offizieller Stelle zu lesen war.

“The state bank has asked SJC to sell gold so that prices can be stabilised in line with the world market”

Solche Anweisungen kommen immer mal wieder vor, zuletzt im November 2009. Die Größenordnungen sind nicht übermäßig hoch, so entspricht der Umfang des letzten Geschäfts in etwa dem fünffachen eines normalen Tagesvolumens. Wie bei allen künstlichen Markteingriffen gewinnt man aber auch hier bestenfalls ein bisschen Zeit. Wie man mittlerweile auch in der westlichen Welt zur Kenntnis nehmen musste, ist Zeit ein ziemlich teures Gut.

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Haben und nicht haben

Eine der auch an kühleren Abenden mehr oder weniger heiß diskutierten Fragen der Wirtschaftswelt ist die Thematik der Preis- und Kaufkraftentwicklung. Der gute alte Zwist zwischen Deflationisten und Inflationisten hat durch die Experimentalökonomen bei den internationalen Zentralbanken neue Nahrung erhalten. Als Bewohner der Eurozone weiß man zwar spätestens seit der Währungsunion, was man von offiziellen Inflationszahlen halten soll, trotzdem wollen wir uns davon nicht abhalten lassen, und heute einmal eine andere Sichtweise auf die Preisentwicklung eröffnen.

Rabatt Intro

Einleitend vielleicht der Grund, warum wir uns diesem Thema widmen. Angesichts der Entwicklung der Löhne und Gehälter, vor allem aber auch der Vermögen, die seit 2007 im Allgemeinen einen üblen Schlag einstecken mussten, stellt sich doch die Frage, ob es denn allein entscheidend ist, was etwas kostet. Mal angenommen, ich besitze €100 Vermögen (zum Beispiel 400 Arcandor Aktien) und ein Bier kostet €1,00. Einmal angenommen, im Folgemonat kostet ein Bier nur noch €0,90 (Klatschen aus der Deflationsecke) und mein Vermögen hat sich auf €80 reduziert. Jetzt ist zwar das Bier billiger geworden, trotzdem ist es für mich, aus Vermögenssicht, teurer geworden, da mein Vermögen um 20% geschrumpft ist, während das Bier nur 10% günstiger zu haben ist.

Für eine bessere Darstellung ziehen wir den Quotienten, um darzustellen, wieviele Biere ich für mein Vermögen bekomme. Vor einem Monat wären dies genau einhundert Biere gewesen, jetzt bekäme ich noch 88,8 Biere (bei einem netten Gastwirt also 89). Bezogen auf mein Vermögen bekäme ich nun also etwa 11% weniger Bier, das Getränk ist also gemäß dieser Betrachtung um diese 11% weniger erschwinglich.

Diese Betrachtung werden wir nun auf die US Vermögen der privaten Haushalte und auf deren Gehälter und Einkommen richten. Wie im obigen Beispiel dividieren wir den Vermögens- bzw. Gehaltsindex durch den Verbraucherpreisindex. Den Wert des Quotienten wollen wir nicht überinterpretieren, es geht um die generelle Tendenz, daher zeigen die Grafiken die prozentuale Veränderung dieses „Erschwinglichkeits-Wertes“. Die Ergebnisse sind recht erstaunlich!

Vermögen BRD

Gehalt BRD

Angesichts des Jubels über vermeintliche Reallohnzuwächse und „endlich sinkende Preise“ hilft die oben stehende Betrachtung das Gefühl zu erklären, sich trotzdem weniger leisten zu können. Während das Bild bei der gehaltsbezogenen Betrachtung deutlich, aber nicht umwerfend ist, stimmt die Vermögensbetrachtung schon nachdenklich. Immerhin erreichte dieser Typ des „Rott’schen Inflationsindex“ (der Leser möge uns die Bezeichnung verzeihen) ein neues Rekordhoch von deutlich über 5%.

Vor allem, wenn man sich den offiziellen Index zur Preisentwicklung vor Augen hält, der ja in den negativen Bereich gerutscht ist, erklärt die veränderte Betrachtungsweise zumindest zum Teil die „gefühlte Inflation“, denn diese ist in dieser Betrachtung alles andere als gefühlt, sie ist real.

USA Inflationsrate

Bevor uns empörte Definitionstheoretiker aufs Dach steigen, wollen wir natürlich nicht vergessen anzumerken, was Inflation laut Definition bedeutet. Mit diesem Begriff bezeichnet man im Allgemeinen einen Preisanstieg. Vereinfacht gesagt, bekommt man für die gleiche Menge Geld morgen weniger vom selben Gut als heute. Das Gut wird in der Theorie durch einen mehr oder weniger realitätsnahen Warenkorb dargestellt, dessen Zusammensetzung des Öfteren geändert wird. Unsere Betrachtungen stellen folglich nicht das dar, was man gemeinhin mit Inflation bezeichnet, das ist auch nicht das Ziel der Betrachtung.

Vielmehr zeigen die Darstellungen eines: Eine negative Inflationsrate bedeutet nicht zwingend, dass die Menschen sich mehr leisten können. Aktuell ist das Gegenteil der Fall, der offizielle Preisindex sinkt langsamer als die Gehälter und viel langsamer als die Vermögen. Es geht also in diesem Falle nicht dem Geld die Kaufkraft verloren (was natürlich nichts am langfristigen Trend des Verdampfens der Fiat-Währungen, also des Papiergeldes ändert) sondern den Menschen geht das Geld verloren. Der Effekt ist der Gleiche, ein deutlicher Kaufkraftverlust.

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(Klatschen aus der Inflationsecke, Vorhang und aus.)