Wählen, weinen, weiterwursteln

Nachdem die etablierten Parteien nach der Europawahl erneut ein bisschen weniger etabliert sind als voher, nehmen die Veränderungen in Europa ihren Lauf. Ebenso wie Grenzen sind auch die Verhältnisse der Parteienlandschaft nicht statisch. Man darf auf die ersten Panikreaktionen gespannt sein …

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Wer nicht kauft wird erschossen

Von dem was manche Gazette Konsumrausch nennt, werden sich viele Konsumenten und Firmen so bald nicht erholen. Die Auswirkungen auf die Produktion sind bereits spürbar, und die Krater in den Erträgen der Unternehmen werden spürbar größer….

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Das große Bröckeln

Dem Unterschied zwischen einer Diktatur, einer etwas außer Mode geratenen Regierungsform, und der heutigen Form der Demokratie verdanken weite Teile der Medien ihre Existenz. Über zahlreiche Kanäle wird die Bevölkerung einem wiederholungsreichen Dauerfeuer ausgesetzt, das dem Transfer der Meinung oder des Willens der Regierenden dient…

Solange die Gefahr einer hartnäckigen Weigerung des Plebses besteht, sich diese Staatsmeinung anzueignen, lässt man Abstimmungen zu diesen Themen lieber unter den Tisch fallen.

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Die Rückkehr des Eselskarrens?

Wer etwas zu transportieren hat, kauft sich einen Transporter. Wer nichts mehr transportiert, spart sich den Kauf. Sonderlich viele Transportkapazitäten fehlen in der Europäischen Union derzeit offensichtlich nicht, denn neben den Zulassungszahlen für Personenwagen brachen zuletzt auch die Verkäufe bei Transportern EU-weit ein.

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Nix wie weg mit der Kohle!

Brüssel ist fantastisch. Das Europäische Parlament ist fantastisch. Wie sonst könnten es die Institutionen Europas schaffen, mit immer mehr Beamten für immer weniger Demokratie zu sorgen? Der nächste Schritt im Trauerspiel Währungsunion werden wohl drastische Kapitalkontrollen im Euroraum sein. Alles im Interesse des Bürgers versteht sich …

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EFSF? Unverkäuflich.

In abendfüllenden Tischgesprächen beschlossen die versammelten Regierungschefs der Eurozone unlängst zahlreiche Maßnahmen. Die Ergebnisse des Treffens sind ein Musterbeispiel der Intransparenz. Schade, denn da man immerhin die Notwendigkeit einer Insolvenz einiger Staaten scheinbar nach drei Jahren verstanden hat, wäre es Zeit für einen großen Schritt gewesen. Mit 34 Beinen allerdings, wer geriete da nicht ins Stolpern.

Beschlossen wurden verschiedene Aktionen. Besonders der Schuldenschnitt Griechenlands stand im Fokus der Berichterstattung nach dem Gipfel. Manche Medien sprachen gar von einem Schnitt der griechischen Verbindlichkeiten im Umfang von 50%. Leider liegt das Resultat einer Zählung bei Tageslicht näher an einem Wert von 30%. Das dürfte ungefähr der Betrag sein, der allein in der Zeit seit dem ersten Rettungsplausch an neuen Schulden aufgelaufen ist. Nicht einmal diese Summe steht fest, denn durch die unsägliche Konstruktion als „freiwilligen Schuldenerlass“ kann niemand sagen, welcher Betrag schlussendlich aus dem Schuldenregister gestrichen werden kann.

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Alle raus!

Viele internationale Großanken verkündeten in den vergangenen Wochen massive Stellenstreichungen. Den größten Brocken warf der Koloss HSBC in den Ring. Die Bank will bis zum Jahr 2013 rund 30.000 Arbeitsplätze abbauen, das sind rund 10% der Belegschaft. Nur zu!

Da viele Banken deutlich überbesetzt sind, in Deutschland kann man auch bei größeren Instituten oft von einem Überhang von 30% – 50% des Personals ausgehen, werden diese Schritte nur die ersten auf einem langen und schwierigen Marsch sein…

Wer sich nicht selbst in der Branche tummelt, ist oft überrascht über die hohen Mitarbeiterzahlen vieler Banken. Von innen ist das Bild ebenfalls erstaunlich. Viele Institute haben einen aufgeblähten Überbau zugelegt – in einfachen Zeiten war dies auf Grund der hohen eingefahrenen Renditen kein Problem. Vor allem im semi-öffentlichen Sektor blühten vollkommen absurde Vertragsklauseln, so dass es zu den sprichwörtlichen Versorgungsverträgen kam. Die meisten Banken in Deutschland können es sich auch auf Grund dieser vertraglichen Altlasten im wahrsten Sinne des Wortes nicht leisten, Stellen abzubauen. Das ist leider unabhängig davon, ob der entsprechende Arbeitsbereich sinnvoll ist oder nicht.

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Fälligkeiten und Merkwürdigkeiten

Während die Europäische Währungsunion derzeit ein Opfer ökonomischer Fehlkonstruktionen und der erschreckenden Unfähigkeit zur konsistenten Kommunikation wird kommt die Situation der britischen Wirtschaft ein bisschen kurz. Das ist erstaunlich, denn die Lage jenseits des Ärmelkanals ist alles andere als feierlich. Wenig ist geblieben von den forschen Auftritten der City Banker. Die Erinnerungen an die jahrelang mit alberner Ernsthaftigkeit durch Lobbyisten in Talkshows und der Tagespresse herausposaunten Hinweisen auf die „Dienstleistungsgesellschaft“ im angelsächsischen Raum sind verblasst. Trotz der zahlreichen Wiederholungen des immergleichen Mantras ist der Wahrheitsgehalt desselben nicht größer geworden.

Während den Menschen im deutschsprachigen Raum immer wieder die Miespetrigkeit und die mangelnde Konsumlust vorgeworfen wurde haben dieselben Menschen nun angeblich über ihre Verhältnisse gelebt. Da darf man schon einmal erstaunt die Brauen lupfen. Sicherlich wurde hier mehr ausgegeben, als die Einnahmen hergaben, und sicherlich ist das langfristig weder sinnvoll noch aufrecht zu erhalten. Trotzdem wollen wir doch einen Blick auf die kommenden Finanzierungsbedürfnisse verschiedener Wirtschaftsräume werfen. Als besonders schneidig – im finanziellen Sinne – galten die Banker der Londoner City. Nun sind die meisten britischen Banken teilverstaatlicht oder auch direkt von staatlichen Mitteln abhängig. Die Probleme sind dadurch aber nicht beseitigt sondern nur verschoben worden. Widerborstig wie Probleme leider sind, tauchen die Löcher ganz unbedarft im britischen Haushalt wieder auf. Und die Löcher sind nicht von Pappe.

Finanzierungsbedarf Wirtschaftsräume

Der IMF steht als angelsächsisch geprägte Institution nicht im Verdacht, die Lage im Vereinigten Königreich zu beschönigen. Faszinierend an der oben zu sehenden Grafik ist zum einen die Veränderung der Finanzierungslücken im Vergleich zum Mittel der Jahre 2003 bis 2008. Angesichts der Krise und des unseligen too big to fail Paradigmas fast aller Regierungen ist aber ein Anstieg an sich nicht ungewöhnlich. Viel bedeutender erscheint uns der Zerfall der Finanzlage in Großbritannien. Das Land ist bei weitem der kleinste der drei dargestellten Wirtschaftsräume und steht industriell nicht besser da als schwache EU Staaten. Sollten die Schätzungen des IWF zutreffen, so wird der Schatzkanzler mindestens drei Mal in Folge ein zweistelliges Defizit vorweisen. Für ein zumindest in der Selbsteinschätzung einflussreiches Land eine desolate Bilanz. Beachtenswert ist die zwar nicht schöne aber vergleichsweise stabile Situation in der Eurozone. Vielleicht sollte die EU sich so langsam zusammenreißen. Es ist nicht hilfreich, die Probleme und Konstruktionsfehler der Währungsunion kleinzureden. Aber ein deutlicher Hinweis auf die relative Betrachtung sollte auch unter „Partnern“ (wenn man so will) erlaubt sein. Die Gegenseite ist ja ebenfalls nicht zimperlich. Wenn sich allerdings ein britischer Schatzkanzler über die Lage in der EWU besorgt zeigt, dann, ja dann darf ruhig einmal aus voller Kehle herzlich gelacht werden, bevor es wieder zur Arbeit geht.
Neben den öffentlichen Schatzämtern drückt auch die Unternehmen und die privaten Haushalte der Schuldpantoffel. Auch hier zeigt sich, wie sehr sich die Briten aus dem Fenster gelehnt haben. Das Problem ist folgendes: Diese Verschuldung war die Basis des kreditinduzierten Scheinaufschwungs der Vorkrisenzeit. Wenn jedes finanzierte Auto über Nacht verschwinden würde, gäbe es in deutschen Großstädten eine Menge Parkplätze.

Wachstum finanziert über Schulden, vorgezogener Konsum, der den Geldbörsen nun schwer zu schaffen macht. Das sollte der Weg ins gelobte Land sein und nach vielen Jahren ist das Ziel der Reise nun offenbar erreicht. Was helfen tiefe Zinsen, wenn der Konsument schon die Bestandsschulden kaum bedienen kann? Welche Investitionen sollen angesichts deutlicher Überkapazitäten und eines trüben Ausblicks getätigt werden? Wie sich die zu großen Teilen vom Konsum abhängigen Volkswirtschaften USA und UK aus dieser Lage herauswachsen sollen, wenn die Gelder nicht mehr da sind, ist schleierhaft.

Verschuldung der Sektoren

Auch hier steht die Eurozone zumindest im Vergleich nicht schlechter da. Vor allem die Verschuldung der Haushalte hält sich einigermaßen im Rahmen.

Weniger zu lachen gibt es in der Eurozone allerdings, wenn wir den Blick auf die Höhe der kommenden Refinanzierungsnöte des Bankensektors werfen. Hier haben die Banken der EWU die traurige Führung übernommen.

Fälligkeiten bei den Banken

Nun fällt es zunehmend schwer, den Finanzsektor vom öffentlichen Sektor zu trennen. Zu eng ist die Verflechtung geworden, zu stark sind die Abhängigkeiten der Institute von öffentlichen Garantien und Kapitalinjektionen. Während bereits wieder Vertriebskräfte der Investmentbanken durch die Lande touren und nun die Kommunen beraten wollen (ausgerechnet) tüftelt man in den Staaten erneut an Finanztransaktionen, die man den Kunden nahe bringen möchte.

Der neueste Schrei ist – kein Witz – die Verbriefung von Krediten, bei denen bereits mehrere Zinszahlungen ausgefallen sind.

Chief Executive Officer of the distressed loan buyer, Kondaur Capital Corporation, Jon Daurio said recently, Wall Street firms are very likely to package a bunch of delinquent loans into securities, in order to satisfy higher yields demanded by investors (…).
Securitization of these non-performing loans is perhaps the most important action to take for investors, who recently, have been accepting poor assets in exchange for a greater yield. (Mc Farlin & Guerts LLC).

Hier handelt es nicht um das klassische „distressed debt“ Geschäft, das für wirklich professionelle Investoren durchaus interessant sein kann. Vielmehr sollen die Bilanzen der Kreditgeber von den ungeliebten Papieren befreit werden. Wieder werden vermutlich einfache Modelle zusammengebastelt, um die einmaligen Chancen in einem edlen Foliensatz anzupreisen. Wer erneut auf die Masche „schön Essen gehen, zwei Worte über’s Geschäft und ein bisschen Lobhudelei“ hereinfällt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Hoffentlich verhindert die Notwendigkeit zur Bilanzverkürzung diesmal größere Auswüchse.

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Drei Fragen zur Währungsunion

Heute wollen wir Ihnen ausnahmsweise nichts erzählen. Heute können Sie uns, wenn Sie mögen, Ihre Meinung zur aktuellen Situation der Europäischen Währungsunion mitteilen.

Es war einmal

Die Umfrage besteht aus drei Fragen und läuft bis zum 14. Februar 2010, die laufenden Ergebnisse können Sie natürlich direkt nach der Stimmabgabe einsehen. Das Endergebnis wird auf unserer Seite abgelegt und steht somit auch zukünftig bereit.

Wird eher ein neuer Beitritt zur Europäischen Währungsunion oder ein Austritt erfolgen?

  • Ein Land wird aus der Währungsunion austreten (57%, 132 Votes)
  • Ein Land wird der Währungsunion beitreten (43%, 100 Votes)

Total Voters: 232

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Wann wird das erste Land die Europäische Währungsunion verlassen?

  • In einem Zeitraum von drei Jahren (bis 12.2013) (47%, 109 Votes)
  • Im laufenden Jahr 2010 (20%, 46 Votes)
  • Später oder nie (20%, 46 Votes)
  • In einem Zeitraum von fünf Jahren (bis 12.2015) (10%, 24 Votes)
  • In einem Zeitraum von zehn Jahren (bis 12.2020). (3%, 7 Votes)

Total Voters: 232

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Welche Länder sind Kandidaten für den ersten Austritt aus der Europäischen Währungsunion (bis zu drei Antworten sind möglich)?

  • Griechenland (78%, 177 Votes)
  • Spanien (45%, 101 Votes)
  • Portugal (30%, 67 Votes)
  • Irland (27%, 61 Votes)
  • Italien (19%, 44 Votes)
  • Deutschland (14%, 31 Votes)
  • Frankreich (8%, 19 Votes)
  • Zypern (6%, 14 Votes)
  • Österreich (6%, 13 Votes)
  • Luxemburg (5%, 12 Votes)
  • Niederlande (4%, 8 Votes)
  • Finnland (4%, 8 Votes)
  • Slowenien (2%, 5 Votes)
  • Slowakei (1%, 3 Votes)
  • Malta (1%, 3 Votes)
  • Belgien (0%, 1 Votes)

Total Voters: 226

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Wir sind gespannt und danken Ihnen für Ihre Teilnahme!

Beste Grüße

Bankhaus Rott

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