Heute bleibt der Laden leer

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Die Verschiebung eines wachsenden Anteils des Handels auf Online-Plattformen und der Jahrzehnte andauernde Auf- und Ausbau des Einzelhandels von der Shopping-Mall bis zum Luxuslädchen beginnen langsam aber sicher zu kollidieren. So trifft ein sich verändernder Trend auf die Gebäude einer dekadenlangen Überinvestition. Ein explosives Gemisch, wenn man es mit Krediten mischt…

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Wer nicht kauft wird erschossen

Von dem was manche Gazette Konsumrausch nennt, werden sich viele Konsumenten und Firmen so bald nicht erholen. Die Auswirkungen auf die Produktion sind bereits spürbar, und die Krater in den Erträgen der Unternehmen werden spürbar größer….

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Vertrauen lässt sich nicht drucken

Die Daten zum Verbrauchervertrauen in Großbritannien waren so wie das typische Herbstwetter in der britischen Hauptstadt. Nur der Nebel hat sich verzogen, denn viel klarer als die Briten kann man eine schlechte Beurteilung der Lage nicht aussprechen.

Die Briten können so einiges vertragen. Das gilt für den Pub offenbar genauso wie im Alltag. Die regelmäßige Auswertung von Nationwide liefert erneut eine beispielhaft düstere Beurteilung der wirtschaftlichen Lage. Wenn es mit dem Aufschwung schon nicht klappt, dann will das ehemalige Empire wenigstens beim Verbrauchervertrauen und den Zukunftsaussichten neue Rekorde aufstellen. Erneut sind es Negativrekorde.

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Gesunde Einschätzung

Kopfschütteln regiert, sobald man im Rundfunk das fröhliche Wabern der Stimmen hört, die wieder einmal einen sprunghaften Kursanstieg oder eine gesunde Nachfrage vermelden. Die Frage nach der Grund legenden Schizophrenie, warum es gut ist, wenn Krabben aus Vietnam immer billiger und Anteilsscheine an Unternehmen immer teurer werden, stellt sich ohnehin nicht. Ebensowenig geht es wohl um Ursachen und Folgen, was zählt ist die Veränderung am heutigen Tag. Von wo man kommt und wohin man geht ist dabei gleichgültig, Hauptsache es ist irgendetwas passiert.

Nun unterscheiden sich offensichtlich die Inhalte und Sichtweisen manch einer Berichterstattung von der allgemeinen Wahrnehmung der Realität. Die Freude darüber, dass Firmen mit dem Sitz in Land A in Land B fertigen lassen um dann nach Land C zu liefern, während selbige Unternehmung dazu noch stolz verkündet, weder in Land A, B oder C Steuern zu zahlen, sorgt doch zusehends für Stirnrunzeln. Grund zur Freude? Mag ja sein, es fragt sich nur für wen.

Die Stimmung zur Lage wirkt bisweilen realistischer als die Berichterstattung zu dieser Situation. Während der ein oder andere beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika von einer nicht vorhandenen Gefahr eines double dip spricht, kann man nur sagen: Ja! Denn die Wirtschaft ist gar nicht hoch genug gekrabbelt um dippen zu können. Denn ein Zeichen von gesunder Konjunktur sind weder die Arbeitsmarktdaten noch die schrumpfenden Absatzzahlen der Einzelhändler. Angesichts der drastischen Einflussnahme von Fed und Schatzamt ist das gesamtwirtschaftliche Resultat nicht nur von fragwürdiger Ausgestaltung sondern zudem auch gemessen an etwaigen Erfolgen sehr, sehr dürftig. Der amerikanische Konsument lässt sich unterdessen von allem allzu klischeelastigen Optimismusgefasel nicht aus der Ruhe bringen und beurteilt die Dinge in der Tendenz ebenso ruhig wie negativ. Das geht übrigens seit Jahren so, genauer gesagt seit dem ursprünglichen Beginn der anhaltenden Krise um die Jahrtausendwende.

alles wie gehabt

Gut zu erkennen ist die Spitze der gemessenen Konsumlaune. Seither geht es in groß angelegten Wellen talwärts. Die gefeierten Aufschwungphasen, also der Anstieg bis zum Immobilienschock sowie die schuldengestütze Korrektur des vergangenen Jahres, waren offensichtlich nur kleine Atempausen. Die Rechnnung für beide Pausen liegt übrigens noch an der Theke.

Auch im laufenden Jahr hält der Trend zur sinkenden Feierlaune an. Dabei erwecken die Daten immer stärker den Eindruck einer anhaltenden Entkopplung von optimistischen Berichten und realtistischer Beurteilung der Situation.

wer nichts erwartet wird nicht enttäuscht

Auch ein Bad von el Presidente im Golf von Mexiko in seiner unnachahmlichen Art als „Klaus Töpfer von Louisiana“ dürfte den Unmut vieler Betroffener in den USA nicht mildern. Lediglich 3% der US Bevölkerung gaben „natural disaster response/relief“ als größte aktuelle Sorge an. Für die beiden Antworten „economy in general“ sowie „unemployment/jobs“ sprachen sich dagegen 58% aus. Ein Bad in der Menge mit einer möglichen Diskussion bietet sich so wohl kaum an.

Die wohl auf absehbare Zeit nicht wiederkehrende Neigung von kleinen und mittelständischen Unternehmen zu Neueinstellungen wird wohl leider nicht dafür Sorge tragen, die Kauflaune in neue Höhen zu katapultieren. So ist im aktuellen „Small Business Economics Trend Report“ unter anderem folgendes zu lesen:

Seventy-three (73) percent of the owners report that the current period is not a good time to expand. Of those, 66 percent cite the weak economy as the main reason, but 18 percent cite the “political climate” as the source of uncertainty.

Und die unbezahlten Versuche, den Laden anzukurbeln, haben offenbar nicht gefruchtet:

This elevated level of concern has prevailed since January
2008 when Congress began debating the “stimulus” and other possible actions to deal with the economy and the government changed hands.

The Index of Small Business Optimism lost 0.9 points in July following a
sharp decline in June. The persistence of Index readings below 90 is
unprecedented in survey history. The performance of the economy is
mediocre at best, given the extent of the decline over the past two years.

Auf die neuesten Errungenschaften von der Finanzfront ist der Sektor ebenfalls nicht sonderlich gut zu sprechen.

The expiration of the Bush tax program and the implementation of the health care bill represent the two largest tax increases in modern history. (…) Add to that serious talk of a VAT and passing cap and trade. Nothing here to create optimism about the future for business owners or consumers. Top that off with government borrowing of $1.8 trillion last year and $1.5 trillion this year and on into the future, it is no surprise that owners are
fearful and pessimistic.

Das klingt nicht nach unmittelbar bevorstehenden Kapazitätsausweitungen. Aber da die Auslastung derselben ja noch unter dem tiefsten Stand des Krisenjahres Jahr 2001 liegt, sind ja genügend Kapazitäten ungenutzt. Das Interesse an nennenswerten Invesititionen liegt folgerichtig auf dem tiefsten Stand seit 35 Jahren. Steigende Gehälter werden sich so wohl auch kaum durchsetzen können.

ja, ja, wunderbar

Wie sich hieraus in den kommenden Jahren ein gesundes Investitionsklima entwickeln soll bleibt rätselhaft. Wenn Wirtschaft, wie so gerne erzählt wird, nur Psychologie ist, dann ist die US Wirtschaft reif für die Couch. Und das nicht erst seit heute.

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Jede Pleite ein Gewinn

Wer nichts hat und nichts verdient, zahlt in der Regel wenig Steuern. Die Zahl derjenigen, die sich in den Staaten und anderswo zu diesem Kreis zählen müssen, wächst unvermindert. Gleichzeitig geistern obskure Wachstumszahlen und noch obskurere Interpretationen durch die Welt der Konjunkturdaten. Angesichts einer Kapaztitäsauslastung, die auf der Höhe des Tiefs der 2000er Krise pendelt, ist das schon sehr seltsam. Da könnte sich doch der Blick auf die Daten zur absoluten Beschäftigungsveränderung und zu den staatlichen Steuereinnahmen in den USA als aufschlussreich erweisen.

So sehen Sieger aus

Vielleicht wäre es eine gute Idee, statt Horden von Volkszählern einmal ein paar Aufräumarbeiter mit dem eisernen Besen durch den Wust der US Statistiken zu schicken. Sicher ein ausfüllender Job mit dem Vorteil, dass nach getaner Arbeit gleich die Zahlenfabriken auf der europäischen Seite des Atlantiks locken. In China dürfte es für eine Bereinigung der Daten ohnehin zu spät sein, aber immerhin darf man die stets zweistelligen Wachstumsraten und sonstige Erfolgsmeldungen aus dem Land der Zwangskreditvergabekombinate als eine Art finanzstatistischen Zirkus Krone zur Kenntnis nehmen, der für entsprechend belustigende Dauerunterhaltung sorgt.

Nun gibt es neben den offiziellen und dauerhaft in den Medien präsentierten Indikatoren zur Beschäftigungssituation in den Staaten, wie den initial claims, den continuing claims, der Arbeitslosenquote  oder der umfassenden Arbeitslosenquote auch andere Daten, die einen Überblick ermöglichen. Da sich die Quote und die Meldungen auf Grund einer regelmäßigen Schrumpfung der Erwerbsbevölkerung (bei ebenso regelmäßig wachsender Gesamtbevölkerung) gerne einmal gegenläufig bewegen, schauen wir uns heute einmal an, wie sich denn die Beschäftigungszahlen absolut verändert haben. Das ist übrigens auch bei anderen Indikatoren sehr lohnenswert, man denke allein an die gefühlt ja fast schon „dausend prozentigen“ Anstiege bei Industrieaufträgen oder ähnlichem. Schlussendlich zählt das absolute Niveau, oder wie es mal jemand formulierte: Es zählt, was hinten rauskommt. Wenn sie nichts verdienen, hilft Ihnen auch die Verzehnfachung des Einkommens bestenfalls psychologisch auf die Sprünge.

Die Entwicklung der Beschäftigung in den USA ist von einer seltenen Eindeutigkeit. Da darf man sich schon fragen, ob es zu einem Double Dip schon aus dem einfachen Grunde nicht kommen kann, weil man gar nicht hoch genug gestiegen ist um zu “dippen”.

Roter Januar Februar Maerz...

Abgesehen von North Dakota und Alaska, beide sicherlich wunderschön aber nicht eben für ihre Bevölkerungsmassen und dichte Besiedlung bekannt, blicken wir in ein rotes Zahlenmeer. Nicht vergessen darf man auch hier: Die schwachen Daten beziehen sich auf ebenfalls schon sehr schwache Vorjahresdaten. Diese Daten zur sinkenden Beschäftigung erklären auch die nach wie vor schwachen Zahlen zur Kapazitätsauslastung in den USA. Der ein oder andere Firmengewinn mag in einem solchen Umfeld steigen, aber das hat oftmals nichts mit eventuellen Aufschwungsfantasien, sondern vielmehr mit massiven und breit angelegten Kostensenkungen und Basiseffekten zu tun. Des einen Kosten sind nun leider des anderen Einkommen, weshalb in der Breite wohl kaum mit einem Konsumaufschwung gerechnet werden sollte. Das gleichzeitig weiterhin stark rückläufige Neugeschäft mit Konsumentenkrediten lässt es schon fast erstaunlich erscheinen, dass der Konsum in den Staaten den offiziellen Statistiken zufolge vergleichsweise langsam sinkt. Wird hier etwa schnell noch der dünne Spargroschen bei Wal-Mart gegen Marshmallows oder beim Elektrohöker gegen den ein oder anderen Schnickschnack eingetauscht?

Nun, die Steuereinnahmen deuten jedenfalls nicht auf eine nachhaltig tragfähige Nachfrage hin, die Veränderung der Nettovermögen weist ebenfalls nicht in diese Richtung, die Situation bei den Einkommen – gut abzulesen an den entsprechenden Steuern –  ist auch mau. So heißt es beispielsweise in einem Report des Rockefeller Instituts:

Only eight states reported growth in personal income tax collections. Thirty-five states showed declines in the first quarter of 2010, with 15 states reporting double-digit declines. Michigan and Louisiana reported large declines in personal income tax collections at 61.5 and 54.2 percent, respectively.

Zugleich fällt die offizielle Ermittlung der Veränderung von Einzelhandelsumsätzen gerne auch auf den survivorship bias herein. In die Insolvenz geschlitterte Geschäfte werden schlichtweg nicht mehr mitgezählt. Die Veränderung der Umsätze in diesen Läden – also der Rückgang auf Null – fällt aus den Daten heraus, während der Teil, den sich die Konkurrenz einverleiben kann, als Wachstumsblüte leuchten darf.

Im Grunde wäre es folglich das beste, wenn von einhundert Läden neunundneunzig schließen würden. Könnte der verbliebene Supermercado dank der Pleiten der Konkurrenten, also mangels Angebot, auch nur um Prozentpünktchen zulegen, dann ließe sich auf diese Weise ein Wachstum der Umsätze des Sektors ableiten. Das ist schlichtweg beeindruckend. Respekt, damit muss man erst mal so lange durchkommen.

Nun lässt sich bei den Steuern, aller Kreativität der Eintreiber zum Trotz, der Makel der Verkaufsrückgänge nicht ausbügeln. Bestenfalls (für Onkel Sam) kommt man mit einer Steuererhöhung durch, die zumindest kurzfristig mehr einbringt als sie langfristig kostet. Den Weg der Steuererhöhungen hat man mittlerweile schon beschritten, gebracht hat es bis dato freilich wenig.
Nö, läuft

Wie oben bereits erwähnt, der Knick nach oben liegt im tiefroten Bereich, obwohl sich die aktuelle Jahresveränderung auf das bereits sehr tiefe Niveaus des Vorjahres bezieht.

Beachtenswert ist  vor allem die ausgeprägte Schwäche bei den Verkaufssteuern, die sich schon seit dem dritten Quartal 2007 zeigt (im obigen Chart rot markiert). Das ist im Grunde nicht erstaunlich und passt zu so gut wie allen makroökonomischen Daten außer zu den offiziell bis vor kurzem gemeldeten vermeintlichen positiven Wachstumsraten im Einzelhandel. Die Ursache ist wohl in der Erhebung der Daten zu sehen, wie oben bereits erwähnt.

Verkaufen, verkaufen

Es wird sich zeigen, wie sich das Dilemma aus schrumpfenden Kreditvolumina, sinkenden Bonitäten und anhaltender Jobmisere auf den weiteren Verlauf auswirkt. Die kumulierten Arbeitsplatzverluste in der aktuellen Krise sind allein bis jetzt schon gut drei mal so hoch wie in den vorangegangen Krisen, wenn man den Zeitraum seit den siebziger Jahren betrachtet.

Eine sichere Wette wird es wohl bleiben, wenn man darauf setzt, dass sich die Entfernung zwischen einigen offiziellen Daten und der Realität auch in Zukunft nicht verkleinern wird.

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