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Ja geht denn das?

Im US Staat Michigan breiten sich derzeit Münzen aus, die allen Versuchen, sie als Fälschung zu deklarieren, bisher gut trotzen konnten. Es handelt sich um Parallelwährungen, Medaillen ohne offiziell akzeptierten – also staatlich genehmen – Währungscharakter aber mit Edelmetallkern, die mittlerweile auch dem Sender NBC die ein oder andere Sendung wert waren. Wir bleiben im Folgenden auf Grund des offensichtlichen Währungscharakters übrigens bei der Bezeichnung Münze.

Die Standardmünzen sind aus Silber, aber auch Gold und Kupfermünzen (nicht ganz so edel) für Kleinbeträge setzen sich an Tankstellen, in Lebensmittelgeschäften oder auch Restaurants durch. Bei Wal-Mart dürfte die Zahlung aber  weiterhin schwierig werden, hier regieren nach wie vor die Plastikkarten, in regionalen Systemen aber wächst die Akzeptanz.

Einige Klassiker sehen so aus.

Liberty Dollars

Aber es gibt durchaus auch zahlreiche andere Gestaltungsmöglichkeiten.

I want my money back!

Ein Beispiel aus den mehr als 150 in der Regel lokalen Alternativwährungen in den Vereinigten Staaten sind die so genannten Liberty Dollars. Bekannt sind hier vor allem diejenigen, die das Konterfei des Präsidentschaftskandidaten Ron Paul zieren, aber es gibt eine reichhaltige Auswahl. Besonders auf die Nerven geht den Herren der offiziellen US Währung seit jeher die Benutzung des Begriffes Dollar auf den Stücken.

Die dahinter stehende Organisation Norfed (“National Organization for the Repeal of the Federal Reserve Act and the Internal Revenue Code”) emittierte Stücke in einer Reihe von Denominationen, u.a. $1, $5, $10, and $20 in Silber und $500 in Gold. Das offizielle Ziel war es, eine Alternative zum nicht gedeckten US Dollar anzubieten, die jeder der mag als Zahlungsmittel verwenden kann. Freunde macht man sich mit diesem Ansatz nicht, wie die Erfahrungen von Schöpfern anderer, vergleichbarer Währungen zeigen. Die Internetseite, die sich im Zeitraum 1998 – 2006 mit dem Vertrieb der Liberty Münzen beschäftigte, wurde übrigens per gerichtlicher Anordnung geschlossen.

Der Unterschied zu anderen lokalen Währungen ist die Metalldeckung. Andere Alternativen haben z.B. die Einheit „hours“. Sie definieren sich so quasi als eine Art “Arbeitszeitspeicher” und Zeittauschmittel, wenn man so will. Während andere Alternativwährungen oft für eher lokale Zwecke gedacht sind, war es von Beginn an das Ziel der Unterstützer des Liberty Dollars, eine bundesweite Akzeptanz zu schaffen.

Nun gab es nicht wenige, die ein Verbot der Münzen selbst anstrebten und die Verwendung als Zahlungsmittel unter Strafe stellen wollten. Dem steht aber der an sich unselige „Coinage Act“ von 1965 im Wege.

Eigentlich ist dieses Papier dafür bekannt, dass die damals noch offiziellen Silbermünzen geschnitten wurden. Der Silberanteil der US Münzen sank damals von 90% auf rund 40%. Die letzte Prägung des half dollar mit 90%igem Silberanteil trägt übrigens das Antlitz des Präsidenten Kennedy.

Der Schnitt liest sich im Original, das übrigens sehr lesenswert ist,  recht unspektakulär:

(1) A half dollar (…) shall be composed of an alloy of eight hundred parts
of silver of a silver-copper alloy of such fineness that the composition of
each coin shall be four hundred parts of silver and six hundred parts of
copper out of each one thousand parts by weight.

So schnell geht das. Bekanntermaßen hat man sich mittlerweile von der Silberverarbeitung in den normalen US Dollarmünzen vollständig verabschiedet. Das Beibehalten auch winzigster Edelmetallmengen hätte sicherlich nur zu einem lästigen Bremseffekt bei den zahlreichen von der FED maßgeblich unterstützten Blasenbildungen geführt. Sollte die Zersetzung des Geldsystems so voranschreiten wie bisher, dann reicht es demnächst sicher nicht einmal mehr für die Anteile an Nichtedelmetallen. Da kann der Weg dann über Kunststoffmünzen direkt zum reinen Digitalgeld führen. Fälschungssicherheit, einfacher Umgang, geringes Gewicht – ganz wie Sie wollen, das Argument zur Lage wird nicht lange auf sich warten lassen. Wie wäre es mit einem digitalen Zeitstempel, der das Geld mit einer Fälligkeit versieht? Husch, husch, an die Konsumtheke!

Man könnte es wohl eine Ironie des Schicksals nennen, dass sich im gleichen, oben zitierten Schrieb auch der Passus zur Akzeptanz von Zahlungsmitteln findet, auf den sich heute die Freunde der Liberty Dollars berufen.

Auf den Seiten des US Schatzamtes, in der beliebten Frageecke, liest sich dies mit Bezug auf den Coinage Act von 1965 wie folgt:

The pertinent portion of law that applies to your question is the Coinage Act of 1965, specifically Section 31 U.S.C. 5103, entitled “Legal tender,” which states: “United States coins and currency (including Federal reserve notes and circulating notes of Federal reserve banks and national banks) are legal tender for all debts, public charges, taxes, and dues.”

This statute means that all United States money as identified above are a valid and legal offer of payment for debts when tendered to a creditor. There is, however, no Federal statute mandating that a private business, a person or an organization must accept currency or coins as for payment for goods and/or services. Private businesses are free to develop their own policies on whether or not to accept cash unless there is a State law which says otherwise.

So wird also ein Schuh draus. Anstelle eines möglichen Verbotes der Alternativwährungen offenbart sich eine Freiheit bezüglich der Akzeptanz der Federal Reserve Notes. Diese „echten“ Dollars müssen gar nicht akzeptiert werden, sie sind halt generell akzeptiertes Zahlungsmittel für die oben genannten Zwecke. Nicht mehr und nicht weniger.

Die Steuern wird der US Bürger demnach weiterhin in US Dollar zahlen müssen. Beim Tanken darf er – wenn die Tankstelle dies so akzeptiert – auch mit Liberty Dollars oder Kauri Muscheln zahlen.

Da sind wir mal gespannt, wie lange das so bleibt.

P.S.: Der oben erwähnte halbe Dollar mit dem Konterfei Kennedys hatte eine Zusammensetzung von 90% Silber und 10% Kupfer. Der innere Wert dieser Münze liegt heute bei rund $6,50. Das macht 5,7% Wertsteigerung pro Jahr. Nicht schlecht, oder? Und alles ohne Zinsen…

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7 thoughts on “Ja geht denn das?

  1. Attraktiv sind diese Alternativwährungen auch deshalb, weil sie gerne auch zur Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben genutzt werden. Da ja kein “Geld” eingenommen wurde, fühlen sich die meisten Menschen dann auch nicht dazu verpflichtet die Einnahmen in der Parallelwährung als Einkommen anzugeben. Aber auch die Muschelbezahlung an der Tanke ist für den Tankwart eine Einnahme im Sinne des Steuerrechts – auch in den USA.

    Womit sich dann das nächste Problem ergibt: die Umrechenbarkeit in die Steuerwährung.

  2. Pingback: Befreites Geld
  3. @Nixda

    Das ist natürlich möglich, wie allerdings der schwunghafte Handel mit Kontodaten zeigt, ist dieses Vergehen auch bei den bestehenden Währungen in voller Blüte.

    Der Unterschied ist also rein technischer Natur. Es wäre erstaunlich, wenn es durch den Coinage Act die Freiheit der Akzeptanz alternativer Währungen gäbe, aber keinen Absatz im Steuerrecht, der dieses Verhalten regelt.

    Wenn sich jemand dazu breitschlagen lässt, einem ausländischen Touristen, der keine US Dollar dabei hat, seinen Tank gegen Real zu füllen, ist die Ausgangslage bis auf die Konvertierbarkeit die gleiche.

    Beste Grüße
    Bankhaus Rott

  4. Kein Wunder. Die USA geben Billionen (US: Trillions) von $ für die illegalen Kriege in Irak und Afghanistan aus. Die Bürger verlieren dabei Ihr Hab und Gut und der Staat ist kein Staat im Sinne ihrer Bürger mehr, sondern breiten der Konzerndiktatur Tür und Tor. Dass der “kleine Bürger” hier nicht mehr mitmachen will, bzw. kann, ist doch nur verständlich. Die FED will sich noch nicht mal in die Bücher schauen lassen, wieviel und wohin die sog. “Rettungsgelder” geflossen sind. Der Staat will mehr und mehr im Geheimen agieren, dem gegenüber soll der Bürger im mehr gläsern werden? Sowas ergibt ein Spannungsfeld, welches sich irgendwann entlädt – ähnlich wie das Zinssystem, welches logischerweise auch irgendwann platzen wird, ja platzen muss (vgl. Prof. Bernd Senf).
    Würde die USA endlich, endlich damit aufhören, anstatt Handels- und Rohstoffkriege zu führen (siehe Aussagen von Horst Köhler), sondern für seine Bürger und auch seinen Veteranen zu sorgen, wären solche Parallelwährungen auch kein Thema. Aber die Umverteilungsaktionen von unten nach oben, welche die USA, aber auch die EU (siehe Planwirtschaft bez. Griechenland), mit Konjunkturprogrammen oder wie sie es auch immer nannen, wird in der Bevölkerung registriert und aus lauter Ohnmacht entstehen solche Freigeld-Systeme. Es ist wohl eine reine Reaktion auf die Enteignung des Steuerzahlers, der nicht mehr gewillt ist, der Regierung alles Steuergeld für Kriege der Privatwirtschaft bzw. dem Zentralbankensystem hinterher zu werfen. Die eigenen Infrastrukturprogramme werden kläglich vernachlässigt und Anlagen marodieren vor sich hin (vgl. Detroit), gleichzeitig werden immer neue Waffensysteme (RoboDog, Drohnen, Schallwaffen, Mikrowellenwaffen) gegen “Aufständische” vorgestellt, ja Obama träumt sogar vom bemannten Raumflug zum Mars (!), gleichzeitig verelenden immer mehr Bürgen in den US of A?
    Nein, so kann es nicht zivilisiert weiter gehen. Die Bürger nehmen der unverantwortlichen Regierung das Geld aus der Hand, weil diese nicht damit umgehen kann. Eine aus meiner Sicht, verständliche Folge. Es ist an der Zeit, dass die Demokratie wieder mehr Handhabe bekommt und dass den Kriegs- und Terrortreibern das Handwerk gelegt wird. Eine mögliche Korrektur könnte hier wohl eine durch den Steuerzahler definierte Zweckbindung der Steuerabgaben bewirken, sprich: der Bürger reicht mit seiner Steuererklärung auch den Verwendungszweck mit ein, damit der Staat nicht mehr frei über die Gelder verfügen kann. Eine Frage bleibt nur: Inweit ist die Regierung überhaupt noch entscheidungsfrei gegenüber der dem Bankenkartell?

  5. Man kann nur hoffen, dass diese Schwerstkriminellen Regierungen möglichst bald der Teufel holt!

  6. Das ist sicherlich möglich. Ausszuschließen ist auch nicht, wie bei einem bekannten Fall, das die EC Karten kopiert werden. Deshalb sollen ja neue Karten her, ob diese sicher sind, weiß bis jetzt auch noch keiner..

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