Freiheit, Einheit, Trostlosigkeit

Wer die Finanzbranche kennt, wundert sich über nichts. Das könnte man jedenfalls glauben. Die täglichen Geschichten von vermeintlichen Rettern und Geretteten sorgen aber stets für neue Glanzlichter. So finden sich derzeit zwei jüngst noch als “Säulen der Stabilität” gehandelte europäische Staaten im tiefsten Schlamassel wieder.

Den Spaniern macht der Immobilienmarkt Sorgen, in Italien weiß man selber nicht so recht, wo es eigentlich klemmt. Nur langsam wandert die Aufmerksamkeit in Richtung Frankreich, das sich immer noch im Schutz der Nichtbeachtung aufhält. Abseits von politischen Wünschen gibt es dafür jedoch leider nicht viele Gründe.

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Die Welt steht weiter Kopf

Die einen Experten fordern eine Verstaatlichung des Bankensektors. Die anderen fordern die Auflösung des “sinnlosen  Investmentbanking“ und die Förderung der „sinnvollen Kreditvergabe“. Die Banken fordern laxere Kapitalregeln, einige Politiker fordern alles, andere nichts. Unbeachtet all dieser Wünsche und hoffnungsfrohen Thekenpropaganda geht unter, dass die Finanzierungswelt seit Jahren auf dem Kopf steht…

Wer in den letzten Jahren die Abendstunden nicht nur mit dem Betrachten von Talkshows verbracht hat, sondern sich ein paar Minuten Zeit für die Betrachtung von Daten genommen hat, sieht seit 2009 Erstaunliches.  Das vielbeschworene Kerngeschäft der Banken, die Kreditvergabe, kann in der aktuellen Konstellation nicht funktionieren. Normalerweise leihen sich Banken Geld und verleihen es teurer weiter. Heutzutage kaufen viele Banken mit dem geliehenen Geld Anleihen, was am Prinzip jedoch nichts ändert. Die Grundbedingung, um mit diesem Geschäftsmodell etwas zu verdienen, sind niedrige Finanzierungskosten. Die Kreditzinsen müssen tiefer sein, als der Zinssatz, zu dem das Geld weiterverliehen wird. Das klingt normal, ist es aber seit dem Jahr 2009 nicht mehr. Schlimmer noch, die Differenz der Kreditkosten von Banken und Unternehmen erreichte unlängst einen neuen Rekordabstand.

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Ratschläge aus Verschuldistan

Wenn ein Land verschuldet ist, und ausgerechnet die USA dies zum Anlass nehmen, gute Ratschläge zu erteilen, ist Humor gefragt. Der Präsident des Staates, dessen Exportschlager Kreditverbriefungen waren, klärte auch in kurzen Sätzen, warum es in Amerika nicht aufwärts geht. Die Krise in der EU sei gar das Hauptproblem für die amerikanische Volkswirtschaft tönt es.

Wer die Augen auf so unnachahmliche Weise vor den eigenen strukturellen Unzulänglichkeiten verschließt, wird den nächsten Aufschwung vermutlich als Ruheständler zu Gesicht bekommen.

Die grundsätzliche Problematik liegt in der Fehleinschätzung der Bedeutung relativer Unterschiede. Wenn jemand ärmer ist, als man selbst, heißt dies im Umkehrschluss nicht, dass man deshalb zu den Wohlhabenden. Für Schuldzuweisungen und groteske Fernsehdebatten mag das genügen, einer Problemlösung jedoch steht derartiges Verhalten im Weg.

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Von Kaufkraft keine Spur

Bei vielen Diskussionen zu Wirtschaftsthemen reibt der Normalbürger sich verwundert die Augen. Banken wissen nach eigenem Bekunden nicht, was ihre Assets wert sind. Gleichzeitig beteuern sie, auf ausreichend Eigenkapital zu hocken. Seltsam. Auch die Zentralbanken sorgen für Unterhaltung, sind sie doch gerade dabei, die Inflation in einer Mischung aus Marketing und medialer Gehirnwäsche als etwas Positives darzustellen.

Nach sechzig Jahren der Predigt anders lautender Thesen kein leichtes Unterfangen. „Verlieren Sie Kaufkraft!“ ist ein Satz, der leider auch durch Wiederholung nicht attraktiver klingt. Die Steigerung der Assetpreise ist eines der offen genannten Ziele des US Fed Vorsitzenden Bernanke. Die Inflation sieht er eher als eine Art ruppigen Gehilfen, der zwar ab und zu über die Stränge schlägt, an sich aber ein guter Kerl ist. Die Deflation sei viel schlimmer, da müsse man halt mit den unangenehmen Seiten des aggressiven Kollegen leben. Unabhängig von der persönlichen Einschätzung jeweiliger Gefahren ist das schon eine sehr aufschlussreiche Sicht der Dinge.

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EFSF? Unverkäuflich.

In abendfüllenden Tischgesprächen beschlossen die versammelten Regierungschefs der Eurozone unlängst zahlreiche Maßnahmen. Die Ergebnisse des Treffens sind ein Musterbeispiel der Intransparenz. Schade, denn da man immerhin die Notwendigkeit einer Insolvenz einiger Staaten scheinbar nach drei Jahren verstanden hat, wäre es Zeit für einen großen Schritt gewesen. Mit 34 Beinen allerdings, wer geriete da nicht ins Stolpern.

Beschlossen wurden verschiedene Aktionen. Besonders der Schuldenschnitt Griechenlands stand im Fokus der Berichterstattung nach dem Gipfel. Manche Medien sprachen gar von einem Schnitt der griechischen Verbindlichkeiten im Umfang von 50%. Leider liegt das Resultat einer Zählung bei Tageslicht näher an einem Wert von 30%. Das dürfte ungefähr der Betrag sein, der allein in der Zeit seit dem ersten Rettungsplausch an neuen Schulden aufgelaufen ist. Nicht einmal diese Summe steht fest, denn durch die unsägliche Konstruktion als „freiwilligen Schuldenerlass“ kann niemand sagen, welcher Betrag schlussendlich aus dem Schuldenregister gestrichen werden kann.

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