Under Cover – Der ungesunde Pfandbriefboom

Bemerkenswerte  Entwicklungen gab es an den Kapitalmärkten in den letzten Monaten zu Genüge. Dabei muss es nicht immer um große Geschütze à la Staatspleite gehen, sondern um anderes gut Eingemachtes. Während die Massenmedien sich in kurzen Schnipseln, die oft fälschlicherweise unter dem Begriff Wirtschaft subsummiert werden, mit dem täglichen Rauschen der Aktienmärkte auseinandersetzen, bestimmen an den Anleihemärkten andere Themen die Agenda. Schlussendlich muss das Geld für Finanzierungen ja irgendwoher kommen…

Die Finanzierungsnöte großer und kleiner Banken sind ungebrochen. Seit Beginn der anhaltenden Krise hat sich auf diesem Gebiet wenig getan, strukturelle Probleme prägen das Landschaftsbild. Angesichts weiterhin vollkommen intransparenter Wertermittlung bei den in den Bankbilanzen gehaltenen Wertpapieren kann die Zurückhaltung der Investoren nicht überraschen. Der Nachweis der offensichtlichen Unfähigkeit oder Überforderung mit der Bewirtschaftung der eigenen Anlagen, den viele Finanzinstitute vor einigen Jahren zweifellos und weithin sichtbar erbracht haben, steckt den Geldgebern tief in den Knochen. Ohne die anhaltenden Stützungen durch öffentliche und somit steuerfinanzierte Einrichtungen wie die Europäische Zentralbank oder die verschiedenen nationalen Schatzämter könnte sich der Sektor kaum refinanzieren.

Um bei der Finanzierung noch ein paar Extrakröten zu sparen wurde ein in Deutschland schon lange beliebtes Vehikel europaweit zum Helden. Bis vor einigen Wochen – bis zur nicht so ganz rund gelaufenen und schlussendlich mit halbem Volumen platzierten Emission der spanischen Santander – konnte sich der Pfandbrief (covered bond) einer nie gekannten Beliebtheit erfreut.

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USA: Gescheiterte Experimente

In gut gefüllten Lebensmittelgeschäften der Bundesrepublik gibt es vielerlei Interessantes zu beobachten. Nicht umsonst meinte vor geraumer Zeit ein geschätzter Kabarettist, er hätte es aufgebeben, sich etwas einfallen zu lassen. Er würde mittlerweile einfach warten, bis ihm etwas auffällt…

Eine gute Gelegenheit zur Bestandsaufnahme ist der Einkauf. An den Kassen der Supermärkte gibt es des so manche Unsitte zu beobachten. Sie kennen das sicherlich. Verbreitet ist es beispielsweise, bei einer Wartezeit von mehr als drei Minuten vor der Zahlstelle, das Kassenpersonal unfreundlich anzuraunzen und sich dabei auf tumbe Art solidaritätsheischend umzuschauen. Ein paar Minuten warten auf einen Berg Lebensmittel ist scheinbar nicht mehr tragbar. In der gleichen Republik – natürlich auch in anderen Ländern – warten Menschen mit leichter Camping-Ausrüstung geduldig vor dem Elektrohöker auf Version 27 des neuesten Plastikmoduls eines Telefonherstellers. Ein Land, viele Realitäten.

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Löschen an der falschen Stelle

Es gibt einige Themen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit immer dann hervorgekramt werden, wenn der Markt sich wieder einmal von der garstigen Seite zeigt. Der Grad der Überforderung mehr oder weniger prominenter TV Gäste aus Politik und Wirtschaft lässt sich gut an der Häufigkeit messen, mit der sie Spekulanten, Hedge Funds oder gleich den ganzen Markt für etwas verantwortlich machen…

Die offensichtliche Sehnsucht nach einer Planwirtschaft lässt sich nur darin begründen, dass viele Protagonisten davon ausgehen, auch in einem solchen System das Brot von der Marmeladenseite aus betrachten zu dürfen. Soviel Marmelade wird es in dieser neuen Realität zwar nicht geben, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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Hundstage auf der Insel

Der turnusmäßige Report zur Konsumentenstimmung in Großbritannien scheint sich trotz der teils deutlichen Worte in der Pressemitteilung nun zum Teil dem Prinzip Hoffnung verschrieben zu haben. Das Gespenst der Rückkehr der Rezession sei vertrieben worden, heißt es…

Wie sich dies aus einem weiter fallenden Index ablesen lässt, bleibt das Geheimnis der britischen Auguren…

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Karlspreis 2011: Schlimmer geht’s immer

An diesem wunderschönen Tag des Jahres 2011 tritt der noch amtierende Präsident der EZB in große Fußstapfen. Herr Trichet bekommt im schönen Aachen den Karlspreis verliehen. Viel ist über den Preis gesagt worden. Viel ist über Herrn Trichet gesagt worden. Viel ist auch über den Euro gesagt worden. Wenig ist dabei herausgekommen.

Auch ausgewiesene Experten auf dem Gebiet der Währungsunion und Finanzmärkte haben heute Ihren Senf auf die Wirtschaftssemmel gestrichen. Auf die amtierende bundesdeutsche Regierungsvorsitzende wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen. Die oberste Dienststellenleitung wird sich vermutlich noch einige Zeit mit der Frage beschäftigen, warum sie für die Aussage „wir haben eine Schuldenkrise aber keine Währungskrise“ nicht ausgelacht wurde wie dies einst Timothy Franz Geithner in China wiederfuhr. Herr Geithner, Leiter des US-amerikanischen Schatzamtes, hatte bei seinem ersten Besuch in Peking irgendetwas von einem „starken Dollar“ erzählt. Die Zuschauer in der Universität haben ihn damals für diesen offensichtlichen Blödsinn offen ausgelacht. In Europa war das Publikum entweder bereits eingeschlafen, höflicher oder von schierem Erstaunen gebannt.

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