Das EU-Recht schläft nie…

Wenn es mit der Argumentation mal nicht so läuft, wie man sich das vorgestellt hat, dann ist die Flucht in den Gegenangriff ein beliebtes Mittel. Forsch wirkt es, und mit einem schneidigen Gehabe kombiniert kann es auf der unkritischen TV Bühne durchaus genügen, den Diskussionskreis einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Dankenswerterweise wird mittlerweile so manche Frechheit auf Papier festgehalten, was eine Nachbereitung zumindest ermöglicht.

Derzeit hat es die nun wirklich nicht erst seit gestern als unvermeidlich bekannte Umschuldung Griechenlands – und auf Dauer weiterer Euro-Mitgliedsstaaten – auch in den Mainstream geschafft. Da werden Finanzminister vor die Kameras gehalten. Der eine oder andere Volkswirt, der einst kollabierende subprime Kredite als „unproblematisch“ einstufte darf wieder einmal seinen Senf dazugeben und so mancher XL-Aufschwungsfreund gibt sich betont ernst aber gewohnt tumb-optimistisch.

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Softe Pleite? Harter Unsinn!

Während die Energiedebatte sich mit Restrisiken und langen Halbwertzeiten beschäftigt, schlägt sich die EU derzeit mit Abschreibungen und kurzen Halbwertzeiten herum. Die Dauer bis zum Zerfall einer weiteren hanebüchenen „weichen Restrukturierung“ beträgt bestenfalls ein paar Tage.

Gleichzeitig scheinen in einigen Südländern nun die Bürger vollends am Ende des Geduldsfaden angelangt zu sein. Wenn es so weiter geht, braucht man zum Knipsen von Revolutionsbildern bald keine Mittelmeerquerung einzuplanen.

Eines vorweg. Eine Umschuldung Griechenlands und anderer europäischer Länder ist seit einigen Jahren in den Karten. Eine solche käme alles andere als überraschend, es gab genügend Vorlauf, um Vorkehrungen zu treffen. Dennoch dürfen wir gespannt sein, wer aus dem Gebüsch der bail-out Hoffnung hervorgekrochen kommt, wenn es soweit ist. Hauptsache gut versichert, hieß es früher so hübsch. Warten wir es ab.

Das kürzlich vorgeschlagene „Reprofiling“ der griechischen Staatsschulden soll sich am Beispiel Uruguay orientieren. Ein einigermaßen unpassendes Exempel, aber seisdrum. Es handelt sich lediglich um eines der beiden Standardwerkzeuge im Umschuldungsbaukasten. Dieser wird dann bemüht, wenn der Realität trotz einer offensichtlichen Zahlungsunfähigkeit und einem in der Bevölkerung durchaus verständlichen Zahlungsunwillen, nicht ins Auge gesehen werden soll. Der bunte Arbeitskreis Hilfslosigkeit, der seit Jahren nicht viel mehr erreicht hat, als Garantien für Land A durch Land B auszusprechen  und die Probleme zu verharmlosen, ist so langsam mit dem Latein am Ende. Dennoch scheut die Politik weiterhin einen Schuldenschnitt. Die Angst vor dem Kreditcoiffeur ist groß. So sehen Entscheider aus.

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Endspiel down under

Die kürzlich veröffentlichten Daten der australischen Zentralbank passen in das Bild einer Ökonomie, die ihren Zenit vorerst überschritten hat. Ein vergleichsweise kleiner Sektor – der Bergbau mit seiner überbordenden medialen Präsenz  – mag optische Strahlkraft haben. Er allein kann eine Volkswirtschaft aber nicht tragen…

Die aktuelle Volatilität vieler Rohstoffe zeigt zudem, wie schnell es heißen kann „wie gewonnen, so zerronnen“. Nimmt man die bizarren Verhältnisse der Besicherung chinesischer Kredite mit Kupfer in die Betrachtung auf, so findet man ein weiteres Risiko für kommende Turbulenzen bei den Commoditites.

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Von Finnen und Wahrheiten

Der Vorsitzende der True Finn Party (Perussuomalaiset, Herr Soini, äußerte sich kürzlich offenherzig im Wall Street Journal zu den öffentlichen Stützungen des Bankensektors und technisch insolventer Staaten. Die Aussagen der privaten und GEZ-finanzierten Medien hingegen orientieren sich bezüglich politischer Aussagen wie so oft allein am Muster der Platitüden vom „Linksruck“ oder in diesem Falle vom „Rechtsruck“…. Das ist schade, denn wie so oft gehen – entweder aus Unwillen oder Unfähigkeit – bei dieser sehr oberflächlichen Betrachtungsweise einige durchaus lesenswerte Aussagen zum Themabail-out unter.

Werfen wir einen Blick auf die Aussagen von Timo Soini.

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Milliarden für Loch Bless

Als teilverstaatlichte Bank hat man es schon nicht leicht! Die Staatsbeteiligung verhindert ein Gehalt, das für ein warmes Abendbrot reicht. Alle reden einem ins Geschäft rein, ein echtes Ärgernis. Dazu kommen noch lästigen Gläubiger. So kann doch niemand in Ruhe arbeiten!

Ja, da kommt schon einiges auf die „gelbe Landesbank“ zu. Der Spaß beginnt mit den bestehenden Verbindlichkeiten. An Fälligkeiten und Zinszahlungen kommen auf die Bank laut Bloomberg allein in den nächsten zweieinhalb Jahren mehr als €380 Mrd. zu. Da kann man beim Rollen der Altschulden nur viel Glück wünschen. Dazu kommt ein echter B-Movie, sprich der immer seltsamer anmutende Versuch, mit aller Gewalt eine Kapitalerhöhung durchzupauken. Dieser schwache Film mit nicht sonderlich telegener Besetzung zeigt, wie verfahren die Situation des Instituts zwischen Wünschen, Hoffen und der Realität ist.

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Mc Recession

Während die reale Ökonomie um die Schuldenkrücken bereinigt nur dahindümpelt, betrachten wir beeindruckt die Protagonisten des modernen ökonomischen Fünfkampfes. Dieser in den vergangenen Jahren wiederentdeckte Leistungssport der Kategorie „Irrungen, Wirrungen“ erlebt eine ungeahnte Renaissance.

Die Kategorien dieses ökonomischen Fünfkampfs (auch unter spontaner Langfristanalyse bekannt) sind:

  1. Leugnen der Möglichkeit wirtschaftlicher Probleme
  2. Schönreden der Situation
  3. Ausblenden offensichtlicher Fehlentwicklungen
  4. Beim Eintritt desaströser wirtschaftlicher Ereignisse: Auf deren Unvorhersehbarkeit hinweisen
  5. Laufend: Die Schuld bei anderen suchen

Nach einiger Zeit darf im ewigen Zyklus wieder bei 1 begonnen werden. In Zeiten finanzieller und wirtschaftlicher Großexperimente, wie wir sie derzeit erleben dürfen, kann die Handlung durchaus mehrere Stränge gleichzeitig aufweisen. Bezogen auf die Situation der Banken (siehe dazu einige eher peinlich anmutende Versuche von Kapitalerhöhungen in der BRD) befinden wir uns derzeit irgendwo zwischen Disziplin 4 und 5. Bezogen auf die mehr oder weniger reale Wirtschaft abseits der Finanzwelt ist die „Juchheißa“ Stimmung so wundervoll, wie dies oft im Stadium 1 der Fall ist.

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