Vergiftete Hoffnung

In Zeiten, in denen auch eine Reihe drohender Schuldenschnitte den Puls deutscher Nachrichtensprecher nicht in die Höhe treiben können, gehen viele interessante Nachrichten aus der Finanzwelt unter. Besonders selektiv wird die Wahrnehmung gewohnterweise, wenn der Bildschirm auf nachtsichtgrün wechselt und der embeddet journalist direkt von der Front der Menschlichkeit berichtet.

Das Ausblenden seit Dekaden bekannter Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen Ländern der Erde ist scheinbar so anstrengend, dass man – nur der Erleichterung halber – sich auf das ein oder andere Kernthema konzentriert. Derzeit ist das Thema Libyen im Fokus, in anderen Ländern täglich abgehackte Gliedmaßen spielen folglich nur eine untergeordnete Rolle.

Trotz der Konzentration auf dieses Land schaffen es auch hier zahlreiche verwunderliche Details nicht in den Äther. So nahmen einige alternative Medien vollkommen zu Recht die ersten Maßnahmen eines Komitees lybischer „Rebellen“ überrascht zu Kenntnis.

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Boom! Erang!

Wirft man einen Stein in einen See, so fällt er hinein, verursacht ein paar Wellen und sinkt auf den Grund wie einst die Aktie der AIG. Das Schleudern eines Bumerangs hingegen kann dazu führen, dass man nach der Rückkehr des Wurfholzes gefragt wird: “Schöne Zähne. Alle neu?“ Der australische Immobilienmarkt ist in jeder Hinsicht mehr Bumerang als Stein…

Wenn der kreditfinanzierte Boom sich umkehrt und sein hässliches Gesicht zeigt, werden die Probleme nicht sang und klanglos verschwinden und nur ein paar kleine Wellen schlagen. Die Probleme werden die Wirtschaft und die Einwohner des Inselstaates vor massive Probleme stellen.

Bei der Erwähnung der Begriffe Wirtschaft und Australien wird oft sehr schnell abgewiegelt, sobald das Wörtchen Rezession die Runde macht. Das könne nun wirklich nicht sein, die Minen, die Metalle, China, die Teflonpfannen und vieles mehr spreche dagegen. Wenig bekannt ist der entgegen weitläufiger Meinungen nicht sonderlich beeindruckende Anteil der Bergbauunternehmen an der australischen Volkswirtschaft. Rund 90% derselben haben mit dem Minensektor nichts zu tun. Und im Gegensatz zu den noch brummenden Förderunternehmen, bekommt der Dienstleistungssektor langsam Probleme, und das produzierende Gewerbe bewegt sich seit Jahren nicht vom Fleck. Wir wollen heute nicht auf das dünne Eis eingehen, auf dem die Schwergewichte des Bergbaus angesichts der teilweise abenteuerlichen chinesischen Industrie- und Baupolitik wandeln. Diese Branche ist bekanntermaßen extrem zyklisch. Wer hier die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit munter fortschreibt bekommt sehr schnell Probleme.

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Panzerschrank statt Bank

Geld verdirbt den Charakter heißt es oft. Seltener wird auf die Frage des Charakters des Geldes selbst hingewiesen, obwohl es reichlich Abhandlungen gibt, die sich mit der Entstehung des Geldes beschäftigen. Eine große Einigkeit herrscht unter den Verfassern derlei Schriften über die Eigenschaften, die Geld aufweisen muss.

Neben den Faktoren Homogenität, Teilbarkeit und Haltbarkeit spielt die Seltenheit eine nicht unwesentliche Rolle. In einigen Schriften wird dieser Punkt eher nachlässig behandelt, einzig der Bezug, das Wertaufbewahrungsmittel solle eine möglichst hohe „Wertdichte“ besitzen wird erwähnt, weil sonst etwaige „Transportkosten“ das ganze Spiel in die Ineffizienz führten.

In der aktuellen Mischwelt aus Digitalgeld und den bekannten Papierscheinen spielen die Transportkosten wohl keine sonderlich große Rolle. Dennoch ist der Punkt der Seltenheit aus einem anderen Blickwinkel heraus interessant, denn die Möglichkeiten zur Vermehrung des Zahlungsmittels steigen schon in der Papiergeldwelt nahezu ins Beliebige. Die Folgen sind bekannt, denn ein free lunch gibt es nicht, und durch das Drucken von Geld wird auch nicht der geringste Wert geschaffen. Nun wird von Freunden dieser modern wirkenden Geldwelt gerne eine nicht gerade konstruktive Kritik am Gold geäußert. Zum Teil handelt es sich um ernsthafte Verfechter des fiat-regimes, ein anderer Teil äußert sich vielleicht vor laufenden Kameras positiv zum status quo, was dann aber spätestens abends beim Feierabendbier im privaten Rahmen schnell gerade gerückt wird.


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House of (S)Pain

 

Die mediterrane Lebensart hat es so manchem angetan. Alles ein bisschen entspannter, besseres Wetter und überhaupt. Ganz relaxed geht man daher auch mit den Lasten um, die die vergleichsweise dürren Beine der iberischen Ökonomie durch die Gegend schleppen müssen.

Nach Irland, Griechenland und Portugal heißt es nun – auch aus vielen Finanzinstituten – Spanien werde es schon schaffen. Die Begründung ist leider häufig eine gestammelte Mischung aus irgendwie wird es schon gehen, billiges Geldoder, ganz schlimm, der scheinbar nicht auszurottende Gedanke an ein Schnäppchen. Beim Anblick des Vergleiches mit der Wirtschaftskrise in den 90ern sollte dem ein oder anderen Sparfuchs der Begriff Vorsicht in den Sinn kommen. Wie heißt es so schön: Schnipp, schnapp, Finger ab!


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Erholung á la 2011

Ja, die Börs’, ja die Börs, die hat immer Recht, möchte man fast anstimmen, angesichts der seltsamen Tendenzen vieler Medien. Natürlich hat die Börse recht. Preislich. Der Preis, den ich sehe kann, ist bis zu einer gewissen Positionsgröße – auch handelbar. Aus einem steigenden Aktienmarkt aber gleich die Wunderheilung der Wirtschaft abzuleiten geht dann doch ein bisschen weit…

Aber Sie kennen das sicher! Steigen Ölpreis und Dax im Gleichschritt, dann weist der steigenden Ölpreis auf eine „stabile Weltwirtschaft“ hin. Steigt der Ölpreis und die Aktien fallen, so „wird der Ölpreis von Börsianern als Bedrohung für das Wachstum gesehen“. Ächz! Wir wissen nicht, ob sich überhaupt noch jemand diesen Unfug freiwillig anhört, gesendet wird er jedenfalls.

Nun darf ja jeder senden was er mag, allerdings wäre es vielleicht sinnvoller, wenn sich nicht 500 Korrespondenten gleichzeitig um die Stadionwurst bei der Fußball WM in Südafrika kümmern würden, während Großdemonstrationen in London anlässlich eines kollabierenden Finanzhaushaltes Großbritanniens an den Nachrichtenvorlesern scheinbar ungesehen vorbeigehen.

Betrachtet man nicht die täglichen Zuckungen von „Märkten“, die durch die massivsten Zentralbankeingriffe aller Zeiten jeglichen Nutzen als Wirtschaftsindikator eingebüßt haben und konzentriert sich hingegen auf eher Grund legende Daten zur Volkswirtschaft, so ergibt sich ein realistischeres Bild der Situation. Werfen wir daher einen kurzen Blick über den großen Teich. Die Probleme am Arbeitsmarkt werden auch vom großen Vorsitzenden der FED regelmäßig zitiert, wobei er diese mal genau und mal sehr genau beobachten will…

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Neu in London: Walk like an Egyptian

Die Schätzungen der Protestteilnehmer in London schwanken zwischen 100.000 und 400.000 Menschen. Während Medien derartige Versammlungen, die auf offensichtlicher Unzufriedenheit basieren, gerne auf unangenehme Gestalten und Bilder von Ausschreitungen reduzieren, spricht die Zahl eher für eine breiter angelegte Bewegung…

Vor allem scheint es sich um eine erst beginnende Bewegung zu handeln, wie das auch in Griechenland, Spanien oder anderen Ländern zu sehen war. Diese Tendenzen sind der Bumerang der politischen Unaufrichtigkeit und der naiven Hoffnung, ein in weiten Teilen bankrottes Finanzsystem ließe sich durch Aussitzen heilen. An Behäbigkeit haben es die meisten der großen Vorsitzenden in den vergangenen Jahren jedenfalls nicht mangeln lassen.

Wir sind in den vergangenen Monaten des Öfteren auf die desolate Lage in Großbritannien eingegangen. Die Tendenz zeigt seit Krisenbeginn deutlich nach unten. Auch das in anderen Teilen der Welt angefachte und derzeit verlöschende monetäre Strohfeuer hat auf der Insel nie gezündet.

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