Unterbezahlte Verlustbringer

Ach, die Commerzbank. Eigentlich möchte man schon gar nicht mehr über den fast volkseigenen Betrieb schreiben. Regelmäßig aber wird der Beobachter durch den Schlachtruf der gelben Finanzbrigade aufgeschreckt. Ja, wir wollen Euch schon bald Euer Geld zurückzahlen! Wie schön. „Dann zahlt doch einfach und redet nicht“ möchte man entgegnen. Dabei ist die Bank der Rekapitalisierung wohl so fern, wie das Finanzsystem einer strukturellen Gesundung.

Der allgemeine und von zahlreichen Gazetten immer wieder aufs Neue geradezu dankbar aufgenommene Wunsch zur Rückzahlung wird von fröhlichen Botschaften begleitet. Denn sehet, es entsprang dem Konzerne ein Gewinn! Die Zahl von rund 1,3 Mrd. Euro machte schnell die Runde. In Gesprächszirkeln wird das börsennotierte Papier des staatlich gestützten Unternehmens gar schon mit einem niedrigen KGV (au backe…) in Verbindung gebracht.

Nun, aus gegebenem Anlass wollen wir kurz auf das Zahlenwerk eingehen und die im vorläufigen, nicht testierten Bericht genannten Daten  ins Verhältnis setzen. Hier ein Auszug aus den veröffentlichten Unterlagen.

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Imperium, neu definiert

Auf hoher See begründete sich einst der Ruf des britischen Empires. Das ist lange her. In der jüngeren Vergangenheit wurde die Insel dann gern als Muster einer konkurrenzfähigen Ökonomie gepriesen. Diese wunderbaren Wirtschaftsträume hatten eine Substanz, die offenbar ebenso marode war, wie so manch britische Immobilie.

Die Leistungsfähigkeit wurde – keine Seltenheit in den oft unerträglichen TV-Sprechkreisen – anhand von irgendwelchen Wachstumszahlen und Bildern glänzender Hochhäuser in der Londoner City gemessen. Wer einmal mit der Bahn vom Flughafen Heathrow in die Innenstadt gefahren ist, weiß, wie wenig diese Glas- und Stahlbauten mit der normalen oft sehr traurig anzuschauenden Bebauung der Stadt zu tun haben. Ohnehin gehören die Großbauten in der Regel Anlagefonds und nicht den Firmen, die ihre Namensschilder an die Fassade kleben. Das ist in Deutschland übrigens nicht anders.

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Hulk Hogan in: Underwaterworld

Der weiter kränkelnde Häusermarkt haut offenbar auch den stärksten Mann um. So ergeht es derzeit auch Terry Bollea, dem besser unter seinem Künstlernamen Hulk Hogan bekannten Sportsmann. Im über gefühlte einhundert Runden gehenden Versuch, ein Anwesen zu verkaufen, ging der Preis nun erneut auf die Bretter…

Das Anwesen in Florida wies im Jahr 2006 einen Listenpreis von $25 Millionen auf. Aufgelockert von einer Scheidung gingen die Jahre ins Land, ohne dass sich Käufer meldeten. Dann kam die erste große Welle sinkender Hauspreise und Bollea ließ das Objekt im Jahre 2009 vom Markt nehmen. Das einige Zeit später erneuerte Angebot belief sich dann auf $13,9 Millionen. Immerhin, von 25 auf 14, das ist schon ein Wort, das aber wohl ungehört verhallte. Denn seither wurde der Preis weitere vier mal nach unten angepasst und stand kürzlich bei $10,9 Millionen – still no buyers yet…

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Zahlenzirkus Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosenquote wird in vielen Ländern auf verschiedene Weise ermittelt. Während in Deutschland jede abstruse Maßnahme genutzt wird, um Ministerpräsidententöchtern eine geschwungene Statistik an die Hand zu geben, verzerrt sich die amerikanische Statistik fast von selbst.

In der BRD haben so genannte Qualifizierungsmaßnahmen seit Jahren Hochkonjunktur. Sie sind ein schönes Instrument, dass die Verantwortung auf die Teilnehmer verschiebt („man muss auch fordern, etc.“) und die Statistik sofort entlastet. Ein Traum für so genannte Repräsentanten. Was aus den vielen Menschen geworden ist, die sich vor Jahren Grafikprogramme oder „1000 Excel-Tricks“ einbläuen lassen mussten, wird selten erläutert. In den Vereinigten Staaten fliegen die Menschen, die es aufgeben, einen Job zu suchen, gleich ganz aus der Statistik. So schrumpft die Erwerbsbevölkerung in den Staaten nun seit einiger Zeit. Das mag wenig aufregend klingen, was sich aber ändert, wenn man bedenkt, was das für die Berechnung der Quote bedeutet

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Abzug! Bank Run auf irisch

Von der grünen Insel mit den vielen roten Zahlen kommen beängstigende Daten. Dem Bankensystem kommen die lebenswichtigen Einlagen abhanden. Der aktuelle Report der irischen Zentralbank zeigt eine dramatische Entwicklung.

Das ehemals als keltischer Tiger bekannte Land kämpft seit der unseligen Übernahme der Bankschulden durch die Allgemeinheit mit massiven Geldabzügen. Vor allem ausländische Anleger werden aktiv. So wie die Gelder zu Zeiten des scheinbar ewig blühenden Immobilienpreiswachstums auf die Insel strömten, so rasch suchen sie jetzt den nächsten Hafen, um sich in die Heimat oder sonst wohin abzusetzen. Im Zeitalter, in dem es ein paar Tage dauern kann, bis sie ihre neue PIN erhalten, ist eine Überweisung von Milliarden eine Frage von Millisekunden.

Der Zentralbank bleibt es dann überlassen, regelmäßig die neuen Löcher bekannt zu geben und vor „Unruhe zu warnen“. Bekanntermaßen sind die größten Krater aus den Bankbilanzen herausgelöst worden und auf die Staatskonten und in den öffentlichen Pensionsfonds verschoben worden. Ein Blick auf die Verschuldungsstatistik der Republik zeigt, wie eine langjährige Entwicklung mit eher mäßiger Verschuldung durch ein absurd unprofessionell und unvorbereitet wirkendes Bankensystem auf ein nicht haltbares Niveau getrieben wurde.

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Aufschwung Nix-L

So wie sich Politiker gerne wegducken, wenn es Eier oder gute Argumente regnet, so gerne drängen Sie wie Insekten ans Licht, wenn es darum geht, Pluszeichen zu erklären. Nun, natürlich sei man erst zwei Wochen im Amt, aber der Aufschwung sei dennoch eine Folge des Wandels. Im Abschwung sieht das wenig erstaunlich gleich ganz anders aus.

Dieses Verhalten ist auf beiden Seiten des Atlantiks vergleichbar. Auch beim Wegducken wenn es Obst oder gute Argumente hagelt, gleichen sich die Muster. Wir dürfen gespannt sein, wie die Prediger einer encouraging  recovery oder – teutonisch bescheiden – eines XL Aufschwungs mit den kommenden Problemen umgehen werden. Denn vorbei ist das Spektakel noch lange nicht, auch wenn der ein oder andere so genannte Repräsentant diese lästige Krise gerne für beendet erklärt.

Die kürzlich veröffentlichten Daten zum Konsum in der BRD wollen denn auch so gar nicht in das blumige Bild passen, dass über diverse Kanäle vermittelt werden sollte. Das Mobiliar der Realität ist scheinbar deutlich zu sperrig für das enge Treppenhaus der politischen Wunschträume.

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Boombranche Problembanken

Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse amerikanischer Großbanken schwankten innerhalb der üblichen Überraschungsgrade. Viel mehr als ein heiteres Ratespiel, welche Zahlen man diesmal auf welche Weise in der Bilanz ausweist, kam bei den Veröffentlichungen nicht heraus. Ein Blick in die Tiefen des Sektors ist aber wie immer lohnenswert.Gehen wir kurz auf die großen Banken ein.

Besonders bekannt, vor allem weil sie nicht nur in diese Krise mit schier unfassbarer Tapsigkeit hineinstolperte, ist die einst von Sanford Weill zusammengestückelte Citi. Unter der Leitung von  C. Prince als eine Art „Obertänzer“ (Zitat aus dem August 2007: „as long as the music is playing, you’ve got to get up and dance“) setzte sich ein bis heute anhaltender Rotteprozess fort, der wohl spätestens mit der nächsten größeren Eruption eine Beschleunigung erfahren dürfte.

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Japan vs. USA. Auf dem selben Gleis?

Die Parallelen zwischen den Folgen der gescheiterten Immobilienträume in den USA und in Japan lassen sich auf verschiedenen Ebenen betrachten. Die geschätzten Damen und Herren von Haver Analytics haben kürzlich eine schöne diesbezügliche Serie veröffentlich. Die in den Grafiken dargestellten Sachverhalte reichen von den ausufernden Bilanzen der Zentralbanken über anhaltende deflationäre Effekte bis hin zur Zinskurve am kurzen und am langen Ende. Bei allen genannten Kennzahlen zeigten sich sehr auffällige Ähnlichkeiten.

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